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Neue Höhlen im Norden des Harthäuser Waldes (Edwin Karl)
Mit der Errichtung des Fotovoltaikfeldes beim Seehaus Widdern kam es im Juni 2021
auf Initiative der zuständigen Revierleiter und einem Fledermausexperten zu
einem Treffen, um mögliche Ausgleichsmaßnahmen hinsichtlich des
Fledermausschutzes zu eruieren, wobei Winterschutzquartiere im Vordergrund standen.
Die von mir im Vorfeld schon erfassten Karsterscheinungen ließen darauf
schließen, dass dafür geeignetes Höhlenpotential vorhanden sein
könnte, weshalb ich die Idee der Öffnung verschiedener Objekte einbrachte.
Gemeinsam war man der Meinung, dass natürliche Höhlen den angedachten
Fledermauskontainern vorzuziehen sind. Infolgedessen erhielt ich die
Grabungsgenehmigung für verschiedene Dolinen und Ponore. In den vergangenen
Jahren konnten dadurch 21 Höhlen entdeckt werden, wovon viele als potentielle
Fledermausquartiere in Frage kommen.
Die Forschungen im nördlichen
Harthäuser Wald rückten nun erst 2025 mehr in den Fokus, so auch 2
Bachschwinden, die wir im Herbst in Angriff nehmen nahmen.
Die Vogelherdschwinde mit 9 m Tiefe und 11 m Gesamtlänge
Im Grabungsverlauf entlang 4 wendelförmig angelegter kleiner Räume
konnte in 5 m Tiefe der Zugang zu einer Ost-West-Kluft geöffnet werden.
Von dieser aus wurde der Zustieg zu einer mit 30 Grad nach unten führenden
Blockhalde in Nordrichtung mit etwa 3m Breite freigelegt.
Nach 5 m geht es durch
eine Engstelle nochmals 1,5 m tiefer, wo sich ein Gang anschließt, der in
der Mitte mit Lehmablagerungen verplombt und bei künftigen Aktionen noch
auszuräumen ist.
Die Gesamttiefe liegt bei 9 m und die Höhle hebt sich
mit einer Besonderheit von den übrigen Höhlen ab, denn die Decke
über der Bruchhalde besteht aus dicken senkrecht angeordneten
Muschelkalkbänken, was die Vermutung nahelegt, dass es sich hier nicht
um eine nur durch Wasseraktivität entstandene Höhle handelt, sondern
eher um eine an einer Verwerfungslinie angelegte Verbruchzone.
Bachschwinde bei Wasserführung.
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Jürgen Schäfer am Dreibein.
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Blick vom Durchstieg auf die schräg nach unten führende Blockhalde.
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Doppeldeckenröhre.
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Die Kelchbecherlinghöhle mit 3 m Tiefe und 9 m Gesamtlänge
Die Bachschwinde, in einem kleinen Bach gelegen, weist einen Eingangsschlund auf,
der vielversprechend aussah.
Bei der Grabung zeigte sich jedoch bald, dass das
Wasser in einem kleinen Gerinne zwischen massivem Gestein in den Untergrund
entschwindet.
Deshalb wurde die Weitergrabung in die nachgelagerte Schwundstelle verlagert,
wo es in lockerem Erdreich nahezu 3 m in die Tiefe ging. Der weitere Vortrieb
erfolgte dann in horizontaler Richtung durch ca. 10 cm dicke Gesteinslager, die
durch Tonschichten getrennt waren.
Namensgeber: Scharlachroter Kelchbecherling am Schachtrand".
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Jürgen Schäfer vor der Grabungsstelle.
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Nach 2 m wurde der Zugang zu einer quer verlaufende Schichtfuge mit Wasserzulauf
von links erreicht. Zur rechten Seite schließt sich ein erster mannsgroßer
Raum mit Bruchfugencharakter an. Große Steinplatten verhinderten eine
Befahrung und mussten mühsam zerkleinert werden, bevor sie ebenso mühsam
zum Schacht gescharrt und gezogen werden konnten.
Mit der Ausräumung konnten
so weitere 4 Höhlenmeter hinzugewonnen werden. Damit ist das vorläufige
Ende der Höhle erreicht, wobei sich durch einen nachfolgenden Felsspalt in
1,5 m Entfernung eine nächste Erweiterung abzuzeichnen scheint.
Jürgen auf dem Weg zur Endhalle.
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Derzeitige Endhalle vor der Ausräumung.
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In dem
Fledermausbericht der Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald (2025)
wurden diese zwei Höhlen auf Seite 20 erwähnt.
Edwin
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