Logo gross;

Aktivitäten der ARGE Höhle und Karst Stuttgart 2026

HAUPTSEITE

TERMINE

PROJEKTE

AKTIVITÄTEN

HÖHLEN

THEMENWEG

PUBLIKATIONEN

BIBLIOTHEK

KATASTER

LINKS

TECHNIK

KONTAKT

IMPRESSUM

DATENSCHUTZ

Für die Aktivitäten der vorhergehenden Jahre, auf die Jahreszahl klicken
2025  2024  2023  2022  2021  2020  2019  2018  2017  2016  2015  2014  2013


Neue Höhlen im Norden des Harthäuser Waldes (Edwin Karl)

Mit der Errichtung des Fotovoltaikfeldes beim Seehaus Widdern kam es im Juni 2021 auf Initiative der zuständigen Revierleiter und einem Fledermausexperten zu einem Treffen, um mögliche Ausgleichsmaßnahmen hinsichtlich des Fledermausschutzes zu eruieren, wobei Winterschutzquartiere im Vordergrund standen.

Die von mir im Vorfeld schon erfassten Karsterscheinungen ließen darauf schließen, dass dafür geeignetes Höhlenpotential vorhanden sein könnte, weshalb ich die Idee der Öffnung verschiedener Objekte einbrachte.

Gemeinsam war man der Meinung, dass natürliche Höhlen den angedachten Fledermauskontainern vorzuziehen sind. Infolgedessen erhielt ich die Grabungsgenehmigung für verschiedene Dolinen und Ponore. In den vergangenen Jahren konnten dadurch 21 Höhlen entdeckt werden, wovon viele als potentielle Fledermausquartiere in Frage kommen.

Die Forschungen im nördlichen Harthäuser Wald rückten nun erst 2025 mehr in den Fokus, so auch 2 Bachschwinden, die wir im Herbst in Angriff nehmen nahmen.

Die Vogelherdschwinde mit 9 m Tiefe und 11 m Gesamtlänge
Im Grabungsverlauf entlang 4 wendelförmig angelegter kleiner Räume konnte in 5 m Tiefe der Zugang zu einer Ost-West-Kluft geöffnet werden. Von dieser aus wurde der Zustieg zu einer mit 30 Grad nach unten führenden Blockhalde in Nordrichtung mit etwa 3m Breite freigelegt.

Nach 5 m geht es durch eine Engstelle nochmals 1,5 m tiefer, wo sich ein Gang anschließt, der in der Mitte mit Lehmablagerungen verplombt und bei künftigen Aktionen noch auszuräumen ist.

Die Gesamttiefe liegt bei 9 m und die Höhle hebt sich mit einer Besonderheit von den übrigen Höhlen ab, denn die Decke über der Bruchhalde besteht aus dicken senkrecht angeordneten Muschelkalkbänken, was die Vermutung nahelegt, dass es sich hier nicht um eine nur durch Wasseraktivität entstandene Höhle handelt, sondern eher um eine an einer Verwerfungslinie angelegte Verbruchzone.

Bachschwinde bei Wasserführung
Bachschwinde bei Wasserführung.
Jürgen Schäfer am Dreibein
Jürgen Schäfer am Dreibein.
Blick vom Durchstieg auf die schräg nach unten führende Blockhalde
Blick vom Durchstieg auf die
schräg nach unten führende Blockhalde.
Doppeldeckenröhre
Doppeldeckenröhre.

Die Kelchbecherlinghöhle mit 3 m Tiefe und 9 m Gesamtlänge
Die Bachschwinde, in einem kleinen Bach gelegen, weist einen Eingangsschlund auf, der vielversprechend aussah.

Bei der Grabung zeigte sich jedoch bald, dass das Wasser in einem kleinen Gerinne zwischen massivem Gestein in den Untergrund entschwindet.

Deshalb wurde die Weitergrabung in die nachgelagerte Schwundstelle verlagert, wo es in lockerem Erdreich nahezu 3 m in die Tiefe ging. Der weitere Vortrieb erfolgte dann in horizontaler Richtung durch ca. 10 cm dicke Gesteinslager, die durch Tonschichten getrennt waren.

Namensgeber: Scharlachroter Kelchbecherling am Schachtrand
Namensgeber: Scharlachroter
Kelchbecherling am Schachtrand".
Jürgen Schäfer vor der Grabungsstelle
Jürgen Schäfer vor der Grabungsstelle.

Nach 2 m wurde der Zugang zu einer quer verlaufende Schichtfuge mit Wasserzulauf von links erreicht. Zur rechten Seite schließt sich ein erster mannsgroßer Raum mit Bruchfugencharakter an. Große Steinplatten verhinderten eine Befahrung und mussten mühsam zerkleinert werden, bevor sie ebenso mühsam zum Schacht gescharrt und gezogen werden konnten.

Mit der Ausräumung konnten so weitere 4 Höhlenmeter hinzugewonnen werden. Damit ist das vorläufige Ende der Höhle erreicht, wobei sich durch einen nachfolgenden Felsspalt in 1,5 m Entfernung eine nächste Erweiterung abzuzeichnen scheint.

Jürgen auf dem Weg zur Endhalle
Jürgen auf dem Weg zur Endhalle.
Derzeitige Endhalle vor der Ausräumung
Derzeitige Endhalle vor der Ausräumung.

In dem Fledermausbericht der Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald (2025) wurden diese zwei Höhlen auf Seite 20 erwähnt.
Edwin

Für die Aktivitäten der vorhergehenden Jahre, auf die Jahreszahl klicken
2025  2024  2023  2022  2021  2020  2019  2018  2017  2016  2015  2014  2013

Zurück zur Startseite