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Aktivitäten der ARGE Höhle und Karst Stuttgart 2026

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6. - 8. August 2026 Fahrtenbericht Spaltpilz-Aktion
Teilnehmer: Toby, Benni, Leon, Axel, Michael

Seit dem Durchbruch des neuen Rettungs-Zuganges zum Fuchslabyrinth bestand Einigkeit, dass die Spalte erweitert werden muss, damit dass Verlassen der Höhle auf diesem Wege einfacher wird. Eine kleine Gruppe Unerschrockener fand sich zusammen unter dem Namen „Spaltpilz“, um dies zu erreichen.

Donnerstag, 06. August
Im Laufe des Vormittags kommen Toby & Benni an. Sie sind das erste Mal da, bewundern alles und legen gleich richtig los. Jochen ist sogar schon vorher da, nimmt die Einstiegsspalte in Angriff.

Zunächst kommt der Boschhammer zum Einsatz, bis dieser wegen Wackelkontakt am Schalter ausfällt. Dann der superschwere Abbruchhammer, den uns Gunhild schenkte beim Durchbruch letztes Jahr.

Mit Toby befestige ich die „ausziehbaren Einstiegsleiter“. Die ist beim Ein- und beim Ausstieg eine echte Erleichterung. Schön, wenn eine Idee Wirklichkeit wird.

Freitag, 07. August
Gemeinsames Frühstück in Blaufelden, inklusive Wasser holen.

Toby, Benni, und Jochen schuften im und am Schacht wie verrückt. Der Boschhammer wird repariert, doch wenig später bricht die Spitze des Meißels ab. Also kommt wieder das ultra-schwere Gerät zum Einsatz.

Derweil perfektionieren Toby & Benni den Schachtdeckel. Um 20:30 ist es zu spät, in einer Kneipe einzukehren. Toby hat einen Grill dabei, ich hole vom Rewe Grillgut und Salate, so ergibt sich ein gemütlicher, geradezu romantischer Abend vor dem Trafoturm. Mit dabei ist nun auch Axel. Er ist Kuratoriums- Mitglieder der Stiftung Höhlenrettung, der der Turm gehört. Er wird morgen im Fuchslabyrinth fotografieren, so der Plan.

Trafoturm-Grill
Grill

Samstag, 08. August
Heute heißt es „Anschlazen“. Als Gepäck dabei Axel’s Fotoausrüstung in großem Schleifsack. Durch den nun deutlich geräumigeren Rettingsschacht-Eingang geht’s hinunter in die K-Kluft, dann bäuchlings durch einen „trockenen Siphon“, dann Richtung Süden die Kluft entlang bis zu dem unscheinbaren Abzweig Richtung Nordwesten, einer von zwei möglichen Wegen zu den westlichen Höhlenteilen.

Die Engstelle hier konnte nicht alle passieren, So bleibt es bei wenigen Fotos, Sehr enttäuschend. Immerhin entdecken wir dabei einen Gipskristall-Rasen unter einem Wandvorsprung, der wie durch ein Wunder noch erhalten ist. Flatterband wird herbeigeschafft und die Stelle „abgesperrt“.

Toby und Benni begleiten Axel hinaus, während ich mit Leon zum Überstieg Richtung Biwakhalle robbe. Die Verbindungs-Strecke bis zum „Canyon“ kannte ich noch gar nicht. Wir müssen tatsächlich den mitgebrachten Plan konsultieren, um im Gänge Zick-zack den richtigen Abzweig zu nehmen.

Ab dem „Canyon“ kommen uns der Gang dann richtig „groß“ vor. Wir machen zwei Transport-Touren von der Biwakhalle zum Canyon, lassen nur die Wasserflaschen in der Biwakhalle. So gelingt es uns zu zweit, das gesamte Material zumindest näher zum Eingang zu schaffen.

Der „Überstieg“ in der Verbindungsstrecke bereitet mir große Mühe. Nur dank einer mitgebrachten Tonne als Steighilfe komme ich hoch genug, um in die Nachbarkluft zu queren. Hier wären Trittstifte / Handgriffe hilfreich, wenn das in Zukunft eine vielbenutzte Strecke Richtung Wassergang / West-Teile werden sollte.

In besagte „Engstelle“ kurz vor der K-Kluft komme ich nicht durch. Zapperlot. Nun ja, auf dem Hinweg war es auch schon sehr knapp. In Erinnerung an den Teelichtschluf, komme ich auf die Idee, es auch hier auf dem Rücken zu probieren. Und tatsächlich klappt es.

Erleichterung. Wieder am Tageslicht bin ich total erledigt von diesen doch wenigen Höhlen-Stunden.
Toby & Benni haben inzwischen den Schachtdeckel optimal eingebaut.

So klappt es heute dann doch mit einem Kneipenbesuch in der „Krone“ Heiligenbronn, wo wir einen sehr schönen Abschluß-Abend haben, bevor alle in verschiedene Richtungen abreisen.
Michael

Plan
Plan.
Eingang
Eingang.
Engstelle
Engstelle.
K-Kluft
K-Kluft
Gipskristalle
Gipskristalle

21.6.2026 & 24.7.2026 Forschung: Sulz, Oberer Neckar, Oberer Donau.

Neuer Schacht bei Sulz am Neckar
Vor einigen Jahren fanden wir bei einer Oberflächenbegehung am Grunde einer Doline, ein faustgroßes Loch mit leichter Bewetterung. Nach einer vielversprechenden Speleoskopie im vergangenen Jahr konnten wir am 21.06.2026 den erdigen Schacht bis auf eine Tiefe von 5 Metern erstbefahren. Eine mögliche vertikale Fortsetzung ist verschüttet. Die weitere Erforschung des Schachtes ist daher noch nicht abgeschlossen.

Weiterer neuer Schacht am Oberen Neckar
In einem Waldstück oberhalb des Neckars entdeckten wir am Rande einer Doline den Holzrugelschacht. Die Erstbefahrung erfolgte am 24.07.2026 von Daniel. Nach annähernd 5 m Tiefe ist auch dieser Schacht leider durch Sediment und Steine verschüttet.

Holzrugelschacht
Holzrugelschacht
Holzrugelschacht
Holzrugelschacht Erstbefahrung
am 24.07.2026 von Daniel

Neue Höhlen in einem Seitental der Oberen Donau entdeckt
Ein verlassener Dachsbau entpuppte sich als circa 17m lange Höhle. Am aktuellen Ende der Höhle kann man überraschenderweise stehen, die Wände sind mit Montmilch und einigen inaktiven Sinterbildungen geschmückt. Mögliche befahrbare Fortsetzungen sind durch Lehm oder Humus verfüllt. Die Bearbeitung der Höhle ist noch nicht abgeschlossen.

Dachsloch
Dachsloch- Gangprofil
Dachsloch
Dachsloch -Inaktiver Tropfstein
Dachsloch
Dachsloch- Montmilch
Dachsloch
Dachsloch

Etwa 40m davon entfernt, wurde eine weitere katasterwürdige Kleinhöhle von 6 m Länge erstbefahren.

Kleinhöhle beim Dachsloch
Kleinhöhle beim Dachsloch

Daniel und Reiner


11.7.2026 Forschungen an der Pumpenhausdoline

Am 11.07. fand wieder mal eine Tauch- Grabungsaktion in der Pumpenhausdoline Schmalfelden statt.
Mitmacher: Sibylle, Edwin, Hannes (T), Christian (T), Dirk.
Gegraben würde in Richtung Südost, getaucht in Richtung Nordwest.

Hannes berichtet: Nach Passieren einer Luftglocke und Erreichen des Hauptganges, der anscheinend westlich um die Doline herum führt - nur noch wenige Meter bis zum südlichen Ende des Öllochs; eine betauchbare Verbindung rückt in den Bereich des Möglichen.


7.7.2026 Neuer Fund eines mittelalterlichen Gefäßes aus dem unterirdischen Schmalfelden

Am 7. Juli informierte uns Achim Lehmkuhl über den neuen Fund eines gut erhaltenen mittelalterlichen Gefäßes aus dem unterirdischen Schmalfelden. Entdeckt und geborgen wurde die als Henkelflasche zu bezeichnende Keramik am 7. Juni 2026 vom Taucher Peter De Coster; von diesem stammt das Foto und die Fundmeldung. Des Weiteren hat Peter eine Handvoll Scherben aus der Siphonstrecke nordwestlich des Strassenschachtes geborgen. Markus hat diese inventarisiert und an das Landesdenkmalamt gemeldet.
krug

16.6.2026 Fuchslabyrinth: „Mission Backstage“ oder Entdeckung des Bereichs „Jenseits“ – Zusammenfasung

Mit dem Projekt „Backstage“ wurde im Fuchslabyrinth ein bedeutender neuer Höhlenbereich erschlossen, der den Namen „Jenseits“ erhielt. Ausgangspunkt war die Entdeckung eines bislang unbeachteten oberen Fortsatzes im Bereich des Wassergangs. Durch mehrere Arbeits- und Erkundungseinsätze konnte ein sicherer Zugang geschaffen und der neue Höhlenteil erstmals betreten werden.

In den folgenden Monaten erfolgten zahlreiche Forschungsfahrten mit dem Ziel, die neu entdeckten Bereiche zu dokumentieren und zu vermessen. Dabei wurden insgesamt deutlich mehr als 1.000 Meter Gangstrecke erfasst und kartiert. Das „Jenseits“ entwickelte sich damit zu einer der bedeutendsten Neuentdeckungen der letzten Jahre im Fuchslabyrinth.

Der Bereich zeichnet sich durch weitläufige Kluftsysteme, Hallen und Verbindungsröhren aus. Besonders bemerkenswert sind die umfangreichen Gipskristall- und Gipsnadelbildungen, die in vielen Abschnitten auftreten. Darüber hinaus wurden zahlreiche tierische Knochen- und Skelettreste dokumentiert sowie verschiedene geologische und paläontologische Strukturen in den Höhlenwänden festgestellt.

Neben der Vermessung standen die fotografische und videografische Dokumentation sowie die Erforschung bislang unbekannter Fortsetzungen im Mittelpunkt. Mehrere Engstellen konnten passierbar gemacht und zusätzliche Verbindungen zwischen einzelnen Höhlenteilen gefunden werden. Zum Abschluss der bisherigen Arbeiten gelang die Herstellung eines wesentlich kürzeren Zugangs zum „Jenseits“, wodurch die Erreichbarkeit des Forschungsgebietes erheblich verbessert wurde.

Trotz der bereits erzielten Ergebnisse ist das Forschungspotenzial des „Jenseits“ noch nicht ausgeschöpft. Mehrere Seiten- und Parallelgänge sowie weitere Fortsetzungen sind bekannt und bieten vielversprechende Ansatzpunkte für zukünftige Untersuchungen. Vielen Dank an alle fleißigen Hände!
Felix (16.6.2026)

Fula Jenseits Plan
Jenseits Plan.
Fula Jenseits Profile
Profile.
Fula Jenseits Gang
Gang.
Fula Jenseits Brotzeit
Brotzeit.
Fula Jenseits Gipsnadel
Gipsnadel
Fula Jenseits Kristallrasen
Kristallrasen
Fula Jenseits Kreuzgang
Kreuzgang mit Doppelsäle
Fula Jenseits Wirbel
Wirbel
Fula Jenseits Wirbel
Wirbel Messpunkt 171

13.6.2026 Tourenbericht Exkursion Oberndorfer Quellen

Nach wochenlanger Vorbereitung durch Uli war es am 13.06. so weit: Eine (durch den örtlichen Wassermeister) „geführte Tour“ zu Quellfassungen und Wasserwerken in Oberndorf.

Schrecklich früh um 09:00 trafen sich Chris, Michael, Felix, Niel, Uli am Parkplatz Wasserfallhöhle. Direkt nebenan entspringt die Wasserfallquelle, die jahrein jahraus recht kontinuierlich schüttet. Innerhalb der Quellfassung kommt das Wasser aus Röhren mit ca. 20 cm Durchmesser, überwiegend von rechts. Wie weit diese Röhren reichen und wie es an deren Ende aussieht, ist nicht bekannt und soll zukünftig eine Inspektion zeigen. Soweit jedenfalls keine Anzeichen von „Höhle“ oder anstehender Fels. Andererseits ist dies wahrscheinlich die Quelle, die den mächtigen Kalktuffsockel, auf dem die Oberstadt steht, aufgebaut hat, und früher Mühlen antrieb.

Beeindruckender ist da schon die Dieselbachquelle weiter südlich, deren 1893 (!) erbaute Fassung in geräumigen Tunnel unter einen naheliegenden Tobel führt, wo die Wässer aus dem Hangschutt hervorquellen, aus dem auch ein deutlicher Luftzug strömt. Dieser Luftzug kann aber auch durch einen „Schornsteineffekt“ im Hangschutt verursacht sein. Eine CO2-Messung würde Aufschluss bringen. Auch hier keine Anzeichen von „Höhle“ oder anstehender Fels.

Die Besichtigung des Wasserwerks machte uns vertraut mit dem Aufwand der Aufbereitung: Entkalkung, Filterung, usw. Wir überreichen dem Wassermeister, Heft 59, in dem die Erforschung des Lochbrunnens beschrieben ist.

Wir kamen nicht mehr dazu, mehr über die Wasserfassung direkt unterhalb der Wasserfallhöhle zu erfahren, die wohl direkt mit dem Ablauf (Schluckloch) Im Wassergang in der Höhle in Verbindung steht und beim Wasserfallhotel als kleine Quelle einen künstlich geschaffenen Fischteich speist. Der Wassermeister wurde zu einem Notfall gerufen. Dies und auch weitere Fragen und vielleicht auch noch ein Besuch weitere Quellfassungen soll aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Im Anschluss führt uns Uli noch zu einer Doline nahe des Gewand „Stockbrunnen“ wo in einer großen Doline Sediment ständig nachrutscht und eine kleine Öffnung unten erkennbar ist. Nach seinen Recherchen die einzige „lebendige“ Doline in der Umgebung, strategisch günstig gelegen nahe der gerade erwähnten Wasserfall- und Dieselbachquellen.

Schließlich werfen wir noch einen Blick in den beeindruckenden Tuchbleichschacht bei Fluorn-Winzeln. Dieser liegt am westlichen Ende des Oberndorfer Karstgebietes, zeichnet sich durch seine beeindruckende Größe und Tiefe und die extreme Steinschlaggefahr aus. Anfang August soll er von der höhlenkundlichen Arbeitsgruppe des DAV Heidelberg technisch aufwändig befahren und vermessen werden.

Ein Abschluss-Bier beendet bei bester Stimmung, bestem, sehr windigem Sommerwetter, unsere Exkursion. Vielen Dank an Uli für die Organisation!
Michael

Wasserwerk Wasserwerk
Doline
Doline
Wasserwerk Wasserwerk

22.-23.5.2026 Kleiner Bericht von den Forschungsaktivitäten um Oberndorf

1) Doline bei Sulz 22.5.2026
Wir trafen uns um 14:00 Uhr vor Ort.
Wir, das sind: Michael und Chris, Wolfgang, Martin, Rainer und Christof von der Karstgruppe Mühlbach (KGM) und natürlich ich. Zu Besuch waren noch Samuel Föttinger und sein Bruder.

Die Sonne knallt direkt auf die Grabungsstelle und dementsprechend heiß wurde uns.
Erst mal haben wir großflächig das Loch breiter und tiefer gelegt, um besser arbeiten zu können.

Doline bei Sulz Doline bei Sulz

Dann haben wir mühselig und aufwändig, die Grasbüschel und den Dreck aus dem Loch entfernt. Währenddessen lief das Bächlein munter weiter in die Tiefe und drumherum schwirrten und summten die Bienen, Hornissen und Wespen. Wirklich ein sehr idyllisches Plätzchen und ein in Zukunft tolles Biotop.

Doline bei Sulz Doline bei Sulz

Als der Spalt soweit aufgegraben war, dass wir die Kamera runter lassen konnten, wurde es spannend. Die Kamera wurde in ein 25 m langes Lerrohr geschoben und in das Loch eingeführt.

Doline bei Sulz Doline bei Sulz
Doline bei Sulz Doline bei Sulz

Leider ließ sich die Kamera nur circa 1 m nach unten in die Tiefe schieben und traf dann auf einen horizontalen Teil, welcher mit der Kamera nicht richtig erfasst werden konnte. Der Knick war zu stark und wir kamen nicht um die Ecken herum.

Was man aber sehen kann, dass ein Stein und weitere Grasbüschel und Dreck den weiteren Weg etwas versperren. Wir sind uns sicher, dass wir eine feste Felsdecke haben, kommen aber aufgrund des eingeschwemmten Materials nicht weiter.

Das Wasser läuft zwar durch und zeigt uns den Weg, aber wir sehen nicht, wie es dahinter aussieht. Wir haben dann noch zahlreiche Eimer Wasser in das Loch gegossen, um das Ablaufverhalten des Wasser zu erkunden. Das Wasser staut sich kurz und läuft dann mit einem blubbern und gurgeln durch das Loch ab. Sehr spannend mit der Kamera zu sehen, wie schnell das Wasser abläuft und wohin es hin läuft.

Leider bringt uns das aber nicht wirklich weiter und ein ausgraben bis zu diesem Punkt wird jetzt zu gefährlich, da die Wände drohen einzustürzen. Man müsste also nun aufwändig verbauen, um dorthin zu gelangen. Es sind zwar nur 1,5 Meter, aber somit leider nicht machbar.

Wir werden die Doline weiter beobachten und bei den nächsten starken Regenfällen oder Schneeschmelze die Veränderung mit der Kamera dokumentieren und hoffen, dass das Wasser seine Arbeit tut und die blockierte Stelle frei legt.

Ich danke allen Beteiligten und freue mich auf die nächsten Aktionen.

2) Wasserfallhöhle 23.5.2026

Heute trafen wir uns mit großer Mannschaft um 10:00 Uhr an der Wasserfall Höhle in Oberndorf am Neckar . Michael Hottinger, Jörn Brumme, Michael und Chris, Felix, Axel, unser 3er Besuch aus Bayern (KGM), Samuel und ich.

Nach dem umziehen stiefelten wir bei doch schon sehr warmen Wetter den Hang hinauf und nahmen noch die zahllosen Bretter mit, die ich vorbereitet hatte.

Schon kurz vor der Höhle merkten wir, wie es deutlich kühler wurde und als wir vorm Eingang standen, spürten wir den extremen Luftzug, den die Höhle bei warmen Wetter immer wieder gerne produziert. Wir waren wohl die ersten seit dem letzten Hochwasser, denn der Gang war komplett unberührt. Wir waren dann alle relativ schnell hinten und haben uns sofort den Versturz angeschaut.

Die KGMler verschwanden ziemlich schnell in sämtlichen Spalten und durchforsteten den gesamten Bereich fachmännisch mit sechs Augen.

Währenddessen wurde es uns Wartenden einfach zu kalt (der Wind der Höhle war so stark, dass sogar ein Haar, Klebeband und Folie flatterte, also wunderbar, um es unseren Gästen vorzuführen).

Es wurden Windgeschwindigkeiten zw. 0,3 und 0,9 m/s gemessen.

Damit es den Wartenden nicht zu kalt wurde, hat sich jeder eine Beschäftigung gesucht. Wir haben zum Beispiel oberhalb des ehemaligen Siphonsee einen Weg angelegt, damit man auch bei Hochwasser bis nach hinten kommen kann.

Dann hat Axel im Wassergang den bisherigen Weg noch besser mit Steinplatten ausgelegt, so dass man in Zukunft deutlich komfortabler und trockener nach hinten kommen kann - vielen Dank!

In der Zwischenzeit haben Michael und Chris den Abfluss des Sees speläoskopiert:
Da das Rohr etwas zu kurz war, musst man sich so weit wie möglich in den Spalt hineinlegen und dabei genüsslich nass werden.
Eine V-förmige Abflussrinne von ca. 30x30cm lässt nach 2m noch keinen Schacht erkennen. Ein längeres Rohr mit 30-Grad-Kopf ist notwendig um mehr zu sehen.

Andere haben währenddessen die alten Holzbretter sortiert und nach draußen befördert und die neuen gleich nach drinnen.

Der Rest hat ausgiebig die Höhle in Augenschein genommen, und während wir so warteten und uns unterhielten und alles anschauten, kam uns plötzlich eine weiße Nebelwand entgegen.

Die KGMler hatten eine Rauchkerze gezündet und der weiße Rauch erfüllte sofort die gesamte Großhöhle und nur im Schluf zum Regenschlot und Interessanterweise auch an der Südseite der großen Halle war es nebelfrei. Mit dem starken Wind lichtete sich der dichte weiße Nebel schnell und zog nach draußen.

Wasserfallhöhle

Dass man im Schluf zum Regenschlot komplett ohne Rauch war und dieser sehr stark bewettert ist, war schon verwunderlich. Geht es da oben wirklich nicht weiter? Es wäre wohl interessant doch noch mal am vorhandenen Seil aufzusteigen und zu schauen, wo der starke Luftzug herkommt.

Zum Schluss haben wir noch das Speleoskop hinten im Versturz ausprobiert. Die KGMler haben ein geschultes Auge und tatsächlich im linken Gang mehrere große Spalten in der Decke entdeckt, welche eindeutig nach oben ins freie ziehen. Wir haben also wirklich da oben Neuland zu entdecken und das nicht weit entfernt.

Wasserfallhöhle Wasserfallhöhle

Natürlich muss alles verbaut werden und gesichert werden, um gefahrlos da durch zu kommen. Aber das sieht so gut aus, als ob wir nicht viele Aktionen dafür benötigen würden. Die Idee ist jetzt vorne, direkt im linken Teil des Versturzes Leitplanken zu setzen und sich mit der Felsbearbeitung durchzuarbeiten.

Da sieht man auch mal wieder, dass es immer gut tut, wenn man fremde Personen einfach mal an so einen Versturz lässt, die unvoreingenommen mit anderen Blick an das Ganze herangehen.

Da uns jetzt aber wirklich arschkalt war, haben wir uns relativ schnell alle nach draußen bewegt und das warme Wetter draußen in vollen Zügen genossen.

Zur Feier des Tages haben wir anschliessend leckeres Eis in der Oberndorfer Eisdiele genossen.

Danach trennte sich die Gruppe, und ein Teil ist noch ins Haugenloch gegangen (siehe den Extrabericht dazu).

Erst mal vielen Dank an alle, die heute dabei waren und zu dem positive Erfolg dieser Aktion beigetragen haben. Ein besonderer Dank an Axel für den steinernen Weg, und an die KGMler für Ihr Entdeckung im Versturz.

Wasserfallhöhle Wasserfallhöhle

3) Haugenlochhöhle 23.5.2026

Unser Besuch aus Bayern, Axel, Felix und ich sind dann noch ins Haugenloch. Auch dort haben wir Bretter bis in die kleine Halle oberhalb des Windschlufes geschleppt. Das ging erstaunlich gut und schnell mit so viel Mann.

Zuerst haben wir aber das Schloss am Eingang nicht öffnen können. Als ich dann schon aufgeben wollte, hatte einer aus unserer Gruppe dann doch noch den Dreh raus. Den Schlüssel muss man einfach nur umdrehen und anders reinstecken und schon ging das Schloss auf – auf die Idee muss man erst mal kommen!!

Auch hier empfang uns ein kalter Wind, und wir waren relativ schnell hinten. Wir haben uns dann alle Bereiche intensiv angeschaut und im großen Dom von der Decke sogar eine Steinplatte mit gezielten Steinwürfen runter geschossen, die da ziemlich blöd hing.

Ganz hinten im letzten Versturz ist Felix dann mal rauf gestiegen bis zu einem Sinterfall. Auch hier sieht es sehr spannend aus und man sollte dringend es noch mal genauer untersuchen.

Wir sind dann alle noch in Richtung Windschluf gezogen, Felix ist hinunter gegangen und hat sich die Situation vor Ort angeschaut. Das Drainagerohr funktioniert einwandfrei, es plätschert schön in den Schacht, der Windschluf selber ist gar nicht mehr so matschig, der Wind hat’s wohl doch etwas ausgetrocknet.

So können wir demnächst die nächste Aktion im Windschluf starten, um dort erstens die Bretter auszulegen, zweitens den Abfluss noch zu optimieren, um dann endlich die Siphonpfütze leer zu bekommen.

Abends sind wir dann alle noch gemütlich ins Turnerheim nach Oberndorf gegangen, und haben dort wirklich lecker gegessen und den schön Tag auf der Terrasse ausklingen lassen

Ein super Abschluss für einen tollen und erlebnisreichen Tag.
Herzlichen Dank an alle.
Uli


15.5.2026 Bericht von der Grabung an der Bösinger Höhle

Am Freitag waren Robin Wolf und ich an der Bösinger Höhle und haben mit der Sanierung des Einstiegs begonnen. Das Wetter war eher durchwachsen, aber kleinere Regenschauer machten uns nichts aus.

Zuerst haben wir den Abstieg in die Doline mit Treppenstufen versehen, da es sonst zu rutschig gewesen wäre.

Danach haben wir das Gestrüpp in der Doline entfernt, die herumliegenden Baumstämme und Steine für Trockenmauern verwendet und dann angefangen den Eingang ringsherum nach und nach abzugraben. Das Aushubmaterial haben wir dann zum Hinterfüllen der Trockenmauern verwendet.

Wir haben den Eingang soweit grob ringsherum vom Hang befreit. Dabei kam auf der rechten Seite ein Gitterblech und im vorderen Bereich ein altes Metallblech zum Vorschein.

Bei der nächste Aktion werden wir auf der vorderen Seite beim Metallblech den Hang noch weiter abgraben, um auch dort das Ende des Einstiegs zu erreichen. Wenn das Abgraben erledigt ist, müssen wir auch noch den Stollen vom Hang befreien, damit auch hier dann später ein Deckel aufgesetzt werden kann.

Bisher konnte der eigentliche Betonsockel noch nicht erreicht werden, da dieser locker 1 m unter Erde liegt. Vermutlich ist das aber auch gar nicht nötig.
Uli

Boesingerhoehle
Treppen am Hang.
Boesingerhoehle
Eingang unausgeräumt.
Boesingerhoehle
Eingang freigemacht.
Boesingerhoehle
Eingang

14. - 17. Mai 10. Forschungslager Harthäuser Wald

Trotz der angekündigten Regenfälle über den gesamten Zeitraum des Forschungslagers vom 14.-17. Mai fanden sich alle 7 angemeldeten Teilnehmer ein, deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle für die Integrität und das Einbringen.

Der Wettergott war uns rückblickend bis auf wenige Augenblicke wohl gesonnen, sodass wir zumeist die Sonne genießen konnten, lediglich die Abende hätten etwas wärmer sein können.

Auf nachstehendem Bild die heldenhafte Darstellung der Teilnehmer mit Ausnahme von Felix.

10. Forschungslager Harthäuser Wald
Von links nach rechts: Randy, Jörn, Dirk, Rainer, Edwin und Jochen.

Die große Waldhüttendoline.
Ein Objekt, das in den vergangenen Jahren ob der steilen Dolinenwände nicht angegangen wurde, aber aufgrund mehrfacher Wünschelrutenmutungen überaus vielversprechend erscheint.

Es wurde im Vergleich zu den umliegenden Höhlen eine größere und tiefer angelegte Höhlenstruktur erfasst, welchen Rückschluss auch die Tiefe der Doline schon nahelegt.

Das Problem des Materialtransportes wurde in der Weise gelöst, dass ein Seil mit daran befestigter Seilrolle über die Doline gespannt wurde und die Eimer dann mit einem Hilfsseil zur Dolinenkante gezogen werden konnten.

Jochen und Dirk in der grünen Hölle des Harthäuser Waldes
Jochen und Dirk beim Inspektionsgang
in der grünen Hölle des Harthäuser Waldes.

Größeres Steinmaterial wurde im Zulaufgraben deponiert und so wurde während 3 Tagen mit wechselnder Besetzung eine Grabungstiefe von 3,5 m erreicht.
Anfänglich im humosen Boden und in der Folge dann mit mehr Steinanteilen bis in einen Versturzbereich, wo sich 2 Zu- oder Abflüsse befanden, was nicht eindeutig festzustellen war.

Letztlich war die Aushöhlung im Untergrund so groß und mit entsprechender Nachbruchgefahr behaftet, dass eine Weitergrabung eine Verbauung erfordert hätte. Etwas entmutigend war auch, dass sich keine eindeutige Grabungsrichtung abzeichnete.

Rainer am Seil oben und Dirk an der Grabungsstelle
Rainer am Seil oben und Dirk an der Grabungsstelle.
Dirk im Grabungsschacht
Dirk im Grabungsschacht.

Für den bereits 2024 entdeckten Zigeunertannenschacht fand sich nun endlich ebenfalls ein Team für eine Grabung zusammen.

Nach einem engen Zustieg gelangt man in dieser an einer Verwerfungslinie angelegte Höhle in eine geräumige Kluft, von der aus damals der Zugang in eine über 10 m lange Halle geschaffen wurde. Lehmspuren lassen auf eine komplette Flutung schließen und durch eine Engstelle ist eine Versickerungsstelle mit kleiner Abflussöffnung erreichbar.

Die war das Ziel für eine Grabungsaktion, die in zwei Etappen stattfand. Das feine eingelagerte Sediment ließ sich wie Blätterteig herausnehmen und wurde in der ersten Etappe an den Kluftwänden deponiert.

In der 2ten Runde musste es bei veränderter Mannschaftsbesetzung mit einer Wanne durch die Engstelle in den größeren Hallenraum gezogen werden, was durch hervorstehende Felsnasen sehr erschwert wurde. Am Ende riss die Wanne, womit die Aktion beendet werden musste.

Dem Personalmangel geschuldet kam es dann leider trotz beschaffter Ersatzwanne zu keiner weiteren Aktion mehr.

Bei der Grabung wurde eine Tiefe von etwa 1 m erreicht, wo die Kluftwand an der Sohle zurückspringt und die Abflussöffnung weiterhin erkennbar, jedoch nicht einsehbar ist. Schade, hätte es doch hier wirklich interessant werden können.

Die Kowehöhle
Diese Höhle hat bislang allen Anstrengungen zum Trotz, ihr Geheimnis um die eigentliche Höhlenstruktur noch nicht preisgegeben.

Am 6 m tiefen Schachtgrund hatte sich während der letzten 1,5 Jahre ein See gebildet, der aktuell fast gänzlich abgelaufen ist und die Frage die sich dabei stellt ist, wohin? Lediglich eine größere Pfütze mit mehreren Salamanderlarven waren anzutreffen.

Damit waren die Bedingungen gegeben, an der Schachtsohle in die Tiefe zu bohren, um auf eine eventuell darunter befindliche Höhlenstruktur zu treffen. Doch die Bohrung mit 1,5 m Tiefe erbrachte keinen Erfolg, nur kurzzeitig schöpften wir Hoffnung, als der Bohrer in eine weichere Zone, vermutlich eine Tonschicht, vordrang.

Frank hatte ein Stethoskop, das üblicherweise im KFZ-Bereich zum Einsatz kommt, mitgebracht. Damit hörte er die Schachtwände rundum ab und war der Meinung auf der Westseite Geräusche zu vernehmen, die aber weder Randy noch ich zu hören vermochten.

Es würde aber mit den Wünschelrutenmessungen übereinstimmen, weshalb nochmals eine Bohrung in diese Richtung vorgenommen werden sollte. Aufgrund leerer Akkus, muss dieses Vorhaben jedoch einer nächsten Aktion vorbehalten bleiben.

Salamanderlarven am Höhlengrund
Salamanderlarven am Höhlengrund.
Rainer und Randy beim Stethoskopieren
Rainer beim Stethoskopieren.
Rainer und Randy beim Stethoskopieren
Randy beim Stethoskopieren.

Auch die Koweponorhöhle war wieder im Fokus einer Aktion, bei der nachgebrochenes und eingeschwemmtes Material ausgeräumt wurde. Bei einlaufendem Wasser und starkem Getropfe von der Decke eine unkommode Angelegenheit, die am Ende zu kompletter Durchnässung führte und zusätzlich nervenaufreibend, aufgrund der Instabilität der Decke und vor allem, dem weiter zu erforschenden Bereich. Angesichts der bereits einsehbaren Fortsetzung Folter in mehrfacher Hinsicht.

Um die Fortsetzung in der 60 cm hohen, aber sehr schmalen Kluft, der im letzten Jahr entdeckten Stiefelhöhle, zu erkunden, war Dirk mit einem Stick und seiner GoPro angetreten. Wegen eines größeren Nachbruches war der Zugang jedoch verschüttet, weshalb dieses Vorhaben aufgegeben wurde. Die zur provisorischen Abdeckung verwendete Palette war mit abgegangen und wurde geborgen.

Die im Norden des Harthäuser Waldes liegende Vogelherdschwinde erhielt ebenfalls Besuch von einem 3er-Team. Die an einer Verwerfung angelegte Höhle mit 9 m Tiefe endet an einer Doppeldeckerröhre, die ausgeräumt werden sollte. Der in 5 m Tiefe liegende Zugang zu einer schrägen Halle war jedoch durch Nachbruch verschüttet und musste erst wieder freigelegt werden. Eine anschließende Grabung stieß dann auf keine sonderliche Resonanz mehr, weshalb es dann nur noch zur Begutachtung des Höhlenendes kam. Hierbei zeigte sich, dass die Sohle der vermeintlichen Doppeldeckerröhre durch Wasseraktivität weggespült wurde und sich der darunter befindliche Bereich mit derselben Neigung wie die schräge Halle fortsetzt und ca. 2m weit eingesehen werden kann.

In der Kelchbecherlinghöhle stand am Höhlenende die Untersuchung einer engen 2 m langen Kluft mit der GoPro an, da sich dahinter eine Schichtfuge unbekannter Größe befindet. Aber auch hier kam es nicht zum gewünschten Erfolg, da die Kamera mit der daran angebrachten Lampe nicht durch die enge Kluft passte.

Samstagabend war dann die Abreise für die Meisten angesagt und beim üblichen Gaststättenbesuch waren wir lediglich noch zu dritt. Schön im Warmen und bei wahrlich reichlichen Portionen hatten wir dennoch ein gemütliches Beisammensein.

Die Abschlussaktion fand am Sonntag mit dem Rest von 2 Mann im Schacht der kleinen Drusen statt. Am Schachtgrund in 3 m Tiefe befinden sich 2 kleine Klüfte mit guter Bewetterung, die es weiter zu verfolgen galt. Trotz massiver Felsbearbeitungsmaßnahmen wollte sich der gewünschte Zugang zu einer befahrbaren Höhlenstruktur jedoch noch nicht zeigen.

Wie unschwer zu erkennen ist, bleibt also genügend Raum und Potential für weitere Forschungsaktivitäten erhalten und so verbleibe ich nochmals dankend, bis zum nächsten Mal.
Edwin


Neue Höhlen im Norden des Harthäuser Waldes (Edwin Karl)

Mit der Errichtung des Fotovoltaikfeldes beim Seehaus Widdern kam es im Juni 2021 auf Initiative der zuständigen Revierleiter und einem Fledermausexperten zu einem Treffen, um mögliche Ausgleichsmaßnahmen hinsichtlich des Fledermausschutzes zu eruieren, wobei Winterschutzquartiere im Vordergrund standen.

Die von mir im Vorfeld schon erfassten Karsterscheinungen ließen darauf schließen, dass dafür geeignetes Höhlenpotential vorhanden sein könnte, weshalb ich die Idee der Öffnung verschiedener Objekte einbrachte.

Gemeinsam war man der Meinung, dass natürliche Höhlen den angedachten Fledermauskontainern vorzuziehen sind. Infolgedessen erhielt ich die Grabungsgenehmigung für verschiedene Dolinen und Ponore. In den vergangenen Jahren konnten dadurch 21 Höhlen entdeckt werden, wovon viele als potentielle Fledermausquartiere in Frage kommen.

Die Forschungen im nördlichen Harthäuser Wald rückten nun erst 2025 mehr in den Fokus, so auch 2 Bachschwinden, die wir im Herbst in Angriff nehmen nahmen.

Die Vogelherdschwinde mit 9 m Tiefe und 11 m Gesamtlänge
Im Grabungsverlauf entlang 4 wendelförmig angelegter kleiner Räume konnte in 5 m Tiefe der Zugang zu einer Ost-West-Kluft geöffnet werden. Von dieser aus wurde der Zustieg zu einer mit 30 Grad nach unten führenden Blockhalde in Nordrichtung mit etwa 3m Breite freigelegt.

Nach 5 m geht es durch eine Engstelle nochmals 1,5 m tiefer, wo sich ein Gang anschließt, der in der Mitte mit Lehmablagerungen verplombt und bei künftigen Aktionen noch auszuräumen ist.

Die Gesamttiefe liegt bei 9 m und die Höhle hebt sich mit einer Besonderheit von den übrigen Höhlen ab, denn die Decke über der Bruchhalde besteht aus dicken senkrecht angeordneten Muschelkalkbänken, was die Vermutung nahelegt, dass es sich hier nicht um eine nur durch Wasseraktivität entstandene Höhle handelt, sondern eher um eine an einer Verwerfungslinie angelegte Verbruchzone.

Bachschwinde bei Wasserführung
Bachschwinde bei Wasserführung.
Jürgen Schäfer am Dreibein
Jürgen Schäfer am Dreibein.
Blick vom Durchstieg auf die schräg nach unten führende Blockhalde
Blick vom Durchstieg auf die
schräg nach unten führende Blockhalde.
Doppeldeckenröhre
Doppeldeckenröhre.

Die Kelchbecherlinghöhle mit 3 m Tiefe und 9 m Gesamtlänge
Die Bachschwinde, in einem kleinen Bach gelegen, weist einen Eingangsschlund auf, der vielversprechend aussah.

Bei der Grabung zeigte sich jedoch bald, dass das Wasser in einem kleinen Gerinne zwischen massivem Gestein in den Untergrund entschwindet.

Deshalb wurde die Weitergrabung in die nachgelagerte Schwundstelle verlagert, wo es in lockerem Erdreich nahezu 3 m in die Tiefe ging. Der weitere Vortrieb erfolgte dann in horizontaler Richtung durch ca. 10 cm dicke Gesteinslager, die durch Tonschichten getrennt waren.

Namensgeber: Scharlachroter Kelchbecherling am Schachtrand
Namensgeber: Scharlachroter
Kelchbecherling am Schachtrand".
Jürgen Schäfer vor der Grabungsstelle
Jürgen Schäfer vor der Grabungsstelle.

Nach 2 m wurde der Zugang zu einer quer verlaufende Schichtfuge mit Wasserzulauf von links erreicht. Zur rechten Seite schließt sich ein erster mannsgroßer Raum mit Bruchfugencharakter an. Große Steinplatten verhinderten eine Befahrung und mussten mühsam zerkleinert werden, bevor sie ebenso mühsam zum Schacht gescharrt und gezogen werden konnten.

Mit der Ausräumung konnten so weitere 4 Höhlenmeter hinzugewonnen werden. Damit ist das vorläufige Ende der Höhle erreicht, wobei sich durch einen nachfolgenden Felsspalt in 1,5 m Entfernung eine nächste Erweiterung abzuzeichnen scheint.

Jürgen auf dem Weg zur Endhalle
Jürgen auf dem Weg zur Endhalle.
Derzeitige Endhalle vor der Ausräumung
Derzeitige Endhalle vor der Ausräumung.

In dem Fledermausbericht der Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald (2025) wurden diese zwei Höhlen auf Seite 20 erwähnt.
Edwin

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