HAUPTSEITE
TERMINE
PROJEKTE
AKTIVITÄTEN
HÖHLEN
THEMENWEG
PUBLIKATIONEN
BIBLIOTHEK
KATASTER
LINKS
TECHNIK
KONTAKT
IMPRESSUM
DATENSCHUTZ
|
Für die Aktivitäten der vorhergehenden Jahre, auf die Jahreszahl klicken
2025
2024
2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
22.-23.5.2026 Kleiner Bericht von den Forschungsaktivitäten um Oberndorf
1) Doline bei Sulz 22.5.2026
Wir trafen uns um 14:00 Uhr vor Ort.
Wir, das sind: Michael und Chris, Wolfgang, Martin, Rainer und Christof von der
Karstgruppe Mühlbach (KGM) und natürlich ich. Zu Besuch waren noch
Samuel Föttinger und sein Bruder.
Die Sonne knallt direkt auf die Grabungsstelle und dementsprechend heiß
wurde uns.
Erst mal haben wir großflächig das Loch breiter und tiefer gelegt,
um besser arbeiten zu können.
Dann haben wir mühselig und aufwändig, die Grasbüschel und
den Dreck aus dem Loch entfernt. Währenddessen lief das Bächlein
munter weiter in die Tiefe und drumherum schwirrten und summten die Bienen,
Hornissen und Wespen. Wirklich ein sehr idyllisches Plätzchen und ein in
Zukunft tolles Biotop.
Als der Spalt soweit aufgegraben war, dass wir die Kamera runter lassen konnten,
wurde es spannend. Die Kamera wurde in ein 25 m langes Lerrohr geschoben und in
das Loch eingeführt.
Leider ließ sich die Kamera nur circa 1 m nach unten in die Tiefe schieben
und traf dann auf einen horizontalen Teil, welcher mit der Kamera nicht richtig
erfasst werden konnte. Der Knick war zu stark und wir kamen nicht um die Ecken herum.
Was man aber sehen kann, dass ein Stein und weitere Grasbüschel und Dreck
den weiteren Weg etwas versperren. Wir sind uns sicher, dass wir eine feste
Felsdecke haben, kommen aber aufgrund des eingeschwemmten Materials nicht weiter.
Das Wasser läuft zwar durch und zeigt uns den Weg, aber wir sehen nicht,
wie es dahinter aussieht.
Wir haben dann noch zahlreiche Eimer Wasser in das Loch gegossen, um das
Ablaufverhalten des Wasser zu erkunden. Das Wasser staut sich kurz und läuft
dann mit einem blubbern und gurgeln durch das Loch ab. Sehr spannend mit der
Kamera zu sehen, wie schnell das Wasser abläuft und wohin es hin läuft.
Leider bringt uns das aber nicht wirklich weiter und ein ausgraben bis zu diesem
Punkt wird jetzt zu gefährlich, da die Wände drohen einzustürzen.
Man müsste also nun aufwändig verbauen, um dorthin zu gelangen.
Es sind zwar nur 1,5 Meter, aber somit leider nicht machbar.
Wir werden die Doline weiter beobachten und bei den nächsten starken
Regenfällen oder Schneeschmelze die Veränderung mit der Kamera
dokumentieren und hoffen, dass das Wasser seine Arbeit tut und die blockierte
Stelle frei legt.
Ich danke allen Beteiligten und freue mich auf die nächsten Aktionen.
2) Wasserfallhöhle 23.5.2026
Heute trafen wir uns mit großer Mannschaft um 10:00 Uhr an der Wasserfall
Höhle in Oberndorf am Neckar .
Michael Hottinger, Jörn Brumme, Michael und Chris, Felix, Axel, unser 3er
Besuch aus Bayern (KGM), Samuel und ich.
Nach dem umziehen stiefelten wir bei doch schon sehr warmen Wetter den Hang hinauf
und nahmen noch die zahllosen Bretter mit, die ich vorbereitet hatte.
Schon kurz vor der Höhle merkten wir, wie es deutlich kühler wurde und
als wir vorm Eingang standen, spürten wir den extremen Luftzug, den die
Höhle bei warmen Wetter immer wieder gerne produziert. Wir waren wohl die
ersten seit dem letzten Hochwasser, denn der Gang war komplett unberührt.
Wir waren dann alle relativ schnell hinten und haben uns sofort den Versturz
angeschaut.
Die KGMler verschwanden ziemlich schnell in sämtlichen Spalten und
durchforsteten den gesamten Bereich fachmännisch mit sechs Augen.
Währenddessen wurde es uns Wartenden einfach zu kalt (der Wind der Höhle
war so stark, dass sogar ein Haar, Klebeband und Folie flatterte, also wunderbar,
um es unseren Gästen vorzuführen).
Es wurden Windgeschwindigkeiten zw. 0,3 und 0,9 m/s gemessen.
Damit es den Wartenden nicht zu kalt wurde, hat sich jeder eine Beschäftigung
gesucht. Wir haben zum Beispiel oberhalb des ehemaligen Siphonsee einen Weg
angelegt, damit man auch bei Hochwasser bis nach hinten kommen kann.
Dann hat Axel im Wassergang den bisherigen Weg noch besser mit Steinplatten
ausgelegt, so dass man in Zukunft deutlich komfortabler und trockener nach
hinten kommen kann - vielen Dank!
In der Zwischenzeit haben Michael und Chris den Abfluss des Sees speläoskopiert:
Da das Rohr etwas zu kurz war, musst man sich so weit wie möglich in den
Spalt hineinlegen und dabei genüsslich nass werden.
Eine V-förmige Abflussrinne von ca. 30x30cm lässt
nach 2m noch keinen Schacht erkennen. Ein längeres Rohr mit 30-Grad-Kopf ist notwendig um mehr zu sehen.
Andere haben währenddessen die alten Holzbretter sortiert und nach
draußen befördert und die neuen gleich nach drinnen.
Der Rest hat ausgiebig die Höhle in Augenschein genommen, und während
wir so warteten und uns unterhielten und alles anschauten, kam uns plötzlich
eine weiße Nebelwand entgegen.
Die KGMler hatten eine Rauchkerze gezündet und der weiße Rauch
erfüllte sofort die gesamte Großhöhle und nur im Schluf zum
Regenschlot und Interessanterweise auch an der Südseite der großen
Halle war es nebelfrei. Mit dem starken Wind lichtete sich der dichte weiße
Nebel schnell und zog nach draußen.
|
Dass man im Schluf zum Regenschlot komplett ohne Rauch war und dieser sehr
stark bewettert ist, war schon verwunderlich. Geht es da oben wirklich nicht
weiter? Es wäre wohl interessant doch noch mal am vorhandenen Seil aufzusteigen
und zu schauen, wo der starke Luftzug herkommt.
Zum Schluss haben wir noch das Speleoskop hinten im Versturz ausprobiert.
Die KGMler haben ein geschultes Auge und tatsächlich im linken Gang mehrere
große Spalten in der Decke entdeckt, welche eindeutig nach oben ins freie
ziehen. Wir haben also wirklich da oben Neuland zu entdecken und das nicht weit
entfernt.
|
|
Natürlich muss alles verbaut werden und gesichert werden, um gefahrlos da
durch zu kommen. Aber das sieht so gut aus, als ob wir nicht viele Aktionen
dafür benötigen würden. Die Idee ist jetzt vorne, direkt im linken
Teil des Versturzes Leitplanken zu setzen und sich mit der Felsbearbeitung
durchzuarbeiten.
Da sieht man auch mal wieder, dass es immer gut tut, wenn man fremde Personen
einfach mal an so einen Versturz lässt, die unvoreingenommen mit anderen
Blick an das Ganze herangehen.
Da uns jetzt aber wirklich arschkalt war, haben wir uns relativ schnell alle
nach draußen bewegt und das warme Wetter draußen in vollen Zügen
genossen.
Zur Feier des Tages haben wir anschliessend leckeres Eis in der Oberndorfer
Eisdiele genossen.
Danach trennte sich die Gruppe, und ein Teil ist noch ins Haugenloch gegangen
(siehe den Extrabericht dazu).
Erst mal vielen Dank an alle, die heute dabei waren und zu dem positive Erfolg
dieser Aktion beigetragen haben.
Ein besonderer Dank an Axel für den steinernen Weg, und an die KGMler für
Ihr Entdeckung im Versturz.
|
|
3) Haugenlochhöhle 23.5.2026
Unser Besuch aus Bayern, Axel, Felix und ich sind dann noch ins Haugenloch.
Auch dort haben wir Bretter bis in die kleine Halle oberhalb des Windschlufes geschleppt.
Das ging erstaunlich gut und schnell mit so viel Mann.
Zuerst haben wir aber das Schloss am Eingang nicht öffnen können. Als
ich dann schon aufgeben wollte, hatte einer aus unserer Gruppe dann doch noch den
Dreh raus. Den Schlüssel muss man einfach nur umdrehen und anders reinstecken
und schon ging das Schloss auf – auf die Idee muss man erst mal kommen!!
Auch hier empfang uns ein kalter Wind, und wir waren relativ schnell hinten. Wir
haben uns dann alle Bereiche intensiv angeschaut und im großen Dom von der
Decke sogar eine Steinplatte mit gezielten Steinwürfen runter geschossen, die
da ziemlich blöd hing.
Ganz hinten im letzten Versturz ist Felix dann mal rauf gestiegen bis zu einem
Sinterfall. Auch hier sieht es sehr spannend aus und man sollte dringend es noch
mal genauer untersuchen.
Wir sind dann alle noch in Richtung Windschluf gezogen, Felix ist hinunter gegangen
und hat sich die Situation vor Ort angeschaut. Das Drainagerohr funktioniert
einwandfrei, es plätschert schön in den Schacht, der Windschluf selber
ist gar nicht mehr so matschig, der Wind hat’s wohl doch etwas ausgetrocknet.
So können wir demnächst die nächste Aktion im Windschluf starten,
um dort erstens die Bretter auszulegen, zweitens den Abfluss noch zu optimieren,
um dann endlich die Siphonpfütze leer zu bekommen.
Abends sind wir dann alle noch gemütlich ins Turnerheim nach Oberndorf
gegangen, und haben dort wirklich lecker gegessen und den schön Tag auf der
Terrasse ausklingen lassen
Ein super Abschluss für einen tollen und erlebnisreichen Tag.
Herzlichen Dank an alle.
____________
Uwe Gehbauer
15.5.2026 Bericht von der Grabung an der Bösinger Höhle
Am Freitag waren Robin Wolf und ich an der Bösinger Höhle und haben
mit der Sanierung des Einstiegs begonnen.
Das Wetter war eher durchwachsen, aber kleinere Regenschauer machten uns nichts aus.
Zuerst haben wir den Abstieg in die Doline mit Treppenstufen versehen, da es
sonst zu rutschig gewesen wäre.
Danach haben wir das Gestrüpp in der Doline entfernt, die herumliegenden
Baumstämme und Steine für Trockenmauern verwendet und dann angefangen
den Eingang ringsherum nach und nach abzugraben. Das Aushubmaterial haben wir
dann zum Hinterfüllen der Trockenmauern verwendet.
Wir haben den Eingang soweit grob ringsherum vom Hang befreit. Dabei kam auf der
rechten Seite ein Gitterblech und im vorderen Bereich ein altes Metallblech zum
Vorschein.
Bei der nächste Aktion werden wir auf der vorderen Seite beim Metallblech
den Hang noch weiter abgraben, um auch dort das Ende des Einstiegs zu erreichen.
Wenn das Abgraben erledigt ist, müssen wir auch noch den Stollen vom Hang
befreien, damit auch hier dann später ein Deckel aufgesetzt werden kann.
Bisher konnte der eigentliche Betonsockel noch nicht erreicht werden, da dieser
locker 1 m unter Erde liegt. Vermutlich ist das aber auch gar nicht nötig.
Ulrich Gehbauer
Treppen am Hang.
|
Eingang unausgeräumt.
|
Eingang freigemacht.
|
Eingang
|
Neue Höhlen im Norden des Harthäuser Waldes (Edwin Karl)
Mit der Errichtung des Fotovoltaikfeldes beim Seehaus Widdern kam es im Juni 2021
auf Initiative der zuständigen Revierleiter und einem Fledermausexperten zu
einem Treffen, um mögliche Ausgleichsmaßnahmen hinsichtlich des
Fledermausschutzes zu eruieren, wobei Winterschutzquartiere im Vordergrund standen.
Die von mir im Vorfeld schon erfassten Karsterscheinungen ließen darauf
schließen, dass dafür geeignetes Höhlenpotential vorhanden sein
könnte, weshalb ich die Idee der Öffnung verschiedener Objekte einbrachte.
Gemeinsam war man der Meinung, dass natürliche Höhlen den angedachten
Fledermauskontainern vorzuziehen sind. Infolgedessen erhielt ich die
Grabungsgenehmigung für verschiedene Dolinen und Ponore. In den vergangenen
Jahren konnten dadurch 21 Höhlen entdeckt werden, wovon viele als potentielle
Fledermausquartiere in Frage kommen.
Die Forschungen im nördlichen
Harthäuser Wald rückten nun erst 2025 mehr in den Fokus, so auch 2
Bachschwinden, die wir im Herbst in Angriff nehmen nahmen.
Die Vogelherdschwinde mit 9 m Tiefe und 11 m Gesamtlänge
Im Grabungsverlauf entlang 4 wendelförmig angelegter kleiner Räume
konnte in 5 m Tiefe der Zugang zu einer Ost-West-Kluft geöffnet werden.
Von dieser aus wurde der Zustieg zu einer mit 30 Grad nach unten führenden
Blockhalde in Nordrichtung mit etwa 3m Breite freigelegt.
Nach 5 m geht es durch
eine Engstelle nochmals 1,5 m tiefer, wo sich ein Gang anschließt, der in
der Mitte mit Lehmablagerungen verplombt und bei künftigen Aktionen noch
auszuräumen ist.
Die Gesamttiefe liegt bei 9 m und die Höhle hebt sich
mit einer Besonderheit von den übrigen Höhlen ab, denn die Decke
über der Bruchhalde besteht aus dicken senkrecht angeordneten
Muschelkalkbänken, was die Vermutung nahelegt, dass es sich hier nicht
um eine nur durch Wasseraktivität entstandene Höhle handelt, sondern
eher um eine an einer Verwerfungslinie angelegte Verbruchzone.
Bachschwinde bei Wasserführung.
|
Jürgen Schäfer am Dreibein.
|
Blick vom Durchstieg auf die schräg nach unten führende Blockhalde.
|
Doppeldeckenröhre.
|
Die Kelchbecherlinghöhle mit 3 m Tiefe und 9 m Gesamtlänge
Die Bachschwinde, in einem kleinen Bach gelegen, weist einen Eingangsschlund auf,
der vielversprechend aussah.
Bei der Grabung zeigte sich jedoch bald, dass das
Wasser in einem kleinen Gerinne zwischen massivem Gestein in den Untergrund
entschwindet.
Deshalb wurde die Weitergrabung in die nachgelagerte Schwundstelle verlagert,
wo es in lockerem Erdreich nahezu 3 m in die Tiefe ging. Der weitere Vortrieb
erfolgte dann in horizontaler Richtung durch ca. 10 cm dicke Gesteinslager, die
durch Tonschichten getrennt waren.
Namensgeber: Scharlachroter Kelchbecherling am Schachtrand".
|
Jürgen Schäfer vor der Grabungsstelle.
|
Nach 2 m wurde der Zugang zu einer quer verlaufende Schichtfuge mit Wasserzulauf
von links erreicht. Zur rechten Seite schließt sich ein erster mannsgroßer
Raum mit Bruchfugencharakter an. Große Steinplatten verhinderten eine
Befahrung und mussten mühsam zerkleinert werden, bevor sie ebenso mühsam
zum Schacht gescharrt und gezogen werden konnten.
Mit der Ausräumung konnten
so weitere 4 Höhlenmeter hinzugewonnen werden. Damit ist das vorläufige
Ende der Höhle erreicht, wobei sich durch einen nachfolgenden Felsspalt in
1,5 m Entfernung eine nächste Erweiterung abzuzeichnen scheint.
Jürgen auf dem Weg zur Endhalle.
|
Derzeitige Endhalle vor der Ausräumung.
|
In dem
Fledermausbericht der Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald (2025)
wurden diese zwei Höhlen auf Seite 20 erwähnt.
Edwin
|