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Therion Workshop 11. Februar 2020

Die Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Stuttgart veranstaltete einen Workshop zum Thema „Vermessung von Höhlen mit Therion“ in Nagold. Therion ist eine sehr vielseitige aber auch recht komplexe Software zur Verarbeitung der unter Tage gewonnen Daten.

Die Teilnehmer reisten aus ganz Süddeutschland an, sogar von München.

Nach einem Auftakt-Vortrag von Thomas Rathgeber benutzten die Workshop-Teilnehmer ihre mitgebrachten Geräte, um einen Hohlraum zu vermessen.

Kursleiter Michael Ross erläuterte dann die prinzipielle weitere Vorgehensweise.

Während des Nachmittages entstanden verschiedene Version eines Grundrisses des vermessenen Hohlraumes auf den Laptops der Teilnehmer, angereichert mit Querschnitten.

Der Abend diente dem sozialen Miteinander und dem Austausch von Informationen über aktuelle Forschungsprojekte.

Das Thema Längsriss und Aufriss wurde am Folgetag geübt, eine nicht ganz triviale Aufgabe, weil es hier im wahrsten Sinne des Wortes auf die Sichtweise ankommt.

Nach gemeinsamen Mittagessen reisten die Teilnehmer ab, ausgerüstet mit den Grundkenntnissen und erster Praxis, um Höhlenpläne mit dieser Software in ihrem jeweiligen Gebiet erstellen zu können. Es zeigte sich, dass es in der Tat zwei Tage braucht, um diesen Stand zu erreichen. Regelmäßige Beschäftigung mit der Software wird nötig sein, um bei diesem Thema fit zu bleiben.


Wasserfallponor 11. Januar 2020

Die erste Unternehmung des Jahres führte uns auf die Alb zum Wasserfallponor bei Neuhausen ob Eck. Das ist ein langjähriges Grabungsprojekt der Freunde der Aachhöhle und der ARGE Grabenstetten.

Es war eine Gelegenheit, unsere neu angeschaffte Pumpe zu testen, da die zu überwindende Tiefe ähnlich ist wie beim geplanten Einsatz im Spielbacher Schacht.

Während das Grabungsteam ein schweres Stromaggregat in Stellung bringt und die Winde einbaut, testen wir die Pumpe erstmal im Freien unter Verwendung kleinerer, sogenannter „Inverter“- Aggregate. Nominal müssten die Aggregate stark genug sein, aber es zeigt sich, dass die Pumpe mit diesen Aggregaten nicht anläuft. Am 5kW Dieselaggregat angeschlossen, läuft die Pumpe einwandfrei.

Nächster Schritt ist die Verbringung von Pumpe, Schlauch und Kabel an den tiefsten Punkt der bisherigen Ausgrabung. Dieser ist nur durch Passieren eines kräftigen „Duschvorhangs“ zu erreichen.

Recht schnell ist die Pumpe in Betrieb, die von einer Feuerwehr ausgemusterten Schläuche scheinen dicht zu sein, die Menge des gepumpten Wassers ist allerdings viel kleiner als die Schüttung des Baches der in der Höhle verschwindet, also heute keine Hilfe für die Ausgrabung an der tiefsten Stelle. Eine grobe Messung mittels Sekundenzeiger und Eimern ergibt ca. 2 l/s, das entspricht in etwa der Spezifikation der Pumpe. Für den Spielbacher Schacht wird das doch reichen?

Während die Pumpe im Dauertest läuft, helfen wir der Grabungs-Crew beim Eimer-Transport. Dafür wurde vor längerer Zeit eine Führungsschiene in genialer Weise in den Schacht gebaut, an dem die Eimer, von der elektrischen Winde gezogen, entlang gleiten. So geht die Arbeit recht flott voran, bis wir gegen Einbruch der Dunkelheit aufhören und abbauen.

Beim Abendessen im gemütlichen Gasthaus entspannen wir uns und lernen uns besser kennen. Hauptthema des Abends sind die vielen anderen Grabungsprojekte, die es ja auch noch gibt und die alle unter „Personalmangel“ leiden.

Insgesamt ein sehr positiver, von Kooperation gezeichneter, Beginn des Höhlenforscher-Jahres 2020!


Arge Wurst & Grill 13. Oktober 2019

Das diesjährige, traditionelle Grillfest der Arge fand am 19.10. bei Öhringen statt. Leider machte das Wetter diesmal nicht mit, so dass sich der Tag im Wesentlichen drinnen abspielte. Das tat aber der Stimmung keinen Abbruch.

14km-Fulab-Torte Vor Beginn des eigentlichen Festes tagte der Vorstand. Besprochen wurde unter anderem: Die Lokation der nächsten Mitgliederversammlung, die weitere Vorgehensweise bzgl. des Online-Katasters Spelix, ein geplanter Therion-Workshop in Nagold, das weitere Vorgehen im Spielbacher Schacht, die Aufarbeitung von historischen Arge-Dokumenten, Anschaffungen und Finanzierungen.

Zum Start des Festes wurde die eigens dafür hergestellte 14km-Fulab-Torte angeschnitten.

Grillfest 2019 In den Verdauungspausen gab es Bilder und Videos zu sehen: über den Werdegang des Straßenschachtes in den letzten Jahren; von Daniel und Reiner eine umfassende Zusammenstellung ihrer Aktivitäten in verschiedenen Karstgebieten; von Wolfgang über eine Reihe von Objekten im Raum Oberndorf „wo es noch weiter geht“.

Insgesamt eine schöne Veranstaltung um Rückschau zu halten und um Pläne für die Zukunft zu schmieden. Und für die neueren Mitglieder eine gute Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.

Dank an den Gastgeber und Organisator!


Beteiligung der Arge am World Cleanup Day 2019

Wie viele andere Vereine auch war die Arge Stuttgart im Rahmen des Höhlenschutzes an Säuberungsaktionen beteiligt. Ein Hinweis darauf findet sich in einer Pressemitteilung des VdHK.


Entrümpelungsaktion und Forschung in der Schandtauberhöhle S1 am 21.09.2019

Ausgestattet mit Befahrungsgenehmigung und Schlüssel trafen sich die Teilnehmer der Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg (NHG) und der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Stuttgart an der Höhle.

Es bildeten sich zwei Gruppen: Eine Gruppe startete als Erste in Richtung „Nordgänge“, während die andere Gruppe der eigentlichen Aufgabe (Ausbau technischer Anlagen, Dokumentation von Verfüllungen) widmeten.

Nach der Öffnungszeromonie passierten wir die labile Eingangs-Region zügig möglichst ohne Wandberührung, um wenig später in den verhassten Schlamm einzutauchen. Der erste Trupp hat noch das Privileg, den Schlamm nicht aufgewühlt, sondern mit ca. 0,5m klarem Wasser darüber anzutreffen. Die Spuren des letzten Jahres waren noch gut zu sehen.

Am Hauptgang angekommen inspizierten wir den „Gotischen Gang“; wer diesen in den 70er Jahren gesehen hat, kann nur enttäuscht sein von der depressiv-grauen Verschlammung sämtlicher früher rotbraunen Wände. Vor dem Makkaroni-Versturz bergen wir Styropor und Teile einer Plastikpuppe. Einen komplett mit Sediment gefüllten 20l-Plastik-Container lassen wir zunächst dort. Vom „Makkaroniversturz“ brachten wir einen Autoreifen mit.

Dann ging es zum Abzweig der „Nordgänge“, ein höhlen-interner Wasserschlinger mit bisher unerreichtem Ende (siehe Bild unten: „Geschätzter Verlauf“). Die u-förmigen Profile auf dem Weg dorthin faszinieren immer wieder, im Muschelkalk Hohenlohes sonst nirgends so anzutreffen. Die ersten 30m der „Nordgänge“ waren diesmal deutlich stärker verschlammt als letztes Jahr, so dass nur noch ca. 40 cm bis zur Decke bleiben. In den 70er Jahren gab es hier überhaupt keinen Schlamm, sondern nur Felsboden. Am ersten Abzweig verringern sich die Querschnitte. Der Schlamm hört auf, wohl wegen der nun höheren Fließgeschwindigkeit bei Hochwasser.

Auf dem Weg nach Norden passiert man zahlreiche Abzweigungen, bis zu einer flachen Stelle an der man auch mit „Helm ab“ kaum weiterkommt; etwas für sehr schlanke Forscher. Bisher kein Zeichen von einem erhofften Parallelsystem, oder von einer von links einmündenden Verbindung oder einem Schlot. Eher ein „Flussdelta“, dass sich in zahllosen Röhren Richtung Bettenfeld verliert. Wo es hydrologisch wieder in die Quellregion einmündet, bleibt unbekannt.

Betont langsam robben wir durch den Schlamm zurück und verlassen die Höhle, um uns der Grobreinigung an der Quelle zu widmen, unterstützt vom Hochdruckreiniger des Nachbarn.

Eingang

S1 Eingang
Abfall

Abfall
Nachher

Nach der Ausrämung
Neuer Gang

Neuer Gang

Publikation im CREG (Cave Radio and Electronic Group) Journal 107 (Sept. 2019)

Chris Ross hat im Journal der „Cave Radio Electronics Group“ einen Artikel publiziert über die Verwendung von Höhlenfunkgeräten für Funkpeilung. Dazu wurde die Antenne des sogenannten „Ogofons“ entsprechend modifiziert. Normalerweise sind dafür separate Geräte-Sets erforderlich. Getestet wurde das ganze u.a. im Fuchslabyrinth.
Der Artikel ist für Abonnenten abrufbar unter http://bcra.org.uk/pub/cregj/index.html?j=107


Pumpaktion im Spielbacher Schacht 31. August 2019

Am 31.8. gelang es nach einer aufwändigen Pumpaktion, den unüberwindbaren Siphon zu leeren und zu erkunden. Spielbacher Schacht Pumpaktion

Nach ca. 30m mündet der 30cm hohe und mehrere Meter breite Siphon in einen etwas höher gelegenen, geräumigen, trockenen, Gang, wie Arge-Mitglied Markus Karl berichtet.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Gang auf einen unterirdischen Fluss trifft, der nach Oberrimbach entwässert.

Das Einzugsgebiet der Quellen ist mit 30qm erheblich, was auf ein weitverzweigtes Höhlensystem schliessen lässt.

Möglich war dieser Vorstoß nur durch die Unterstützung der Feuerwehr Spielbach und der Ströbel Bau GmbH
Im Haller Tagblatt, am 4.9.2019 berichtete Birgit Trinkle darüber (Bericht).


Unfall in der Falkensteiner Höhle 28. - 29. Juli 2019

Drei Mitglieder (Daniel-Frank Bauer, Michael Ross und Christopher Ross) waren bei der Rettungsaktion von den zwei durch Hochwasser eingeschlossenen Höhlenforschern beteiligt. Siehe: Stiftung Höhlenrettung - Höhlenunfälle


Tourenbericht Wasserfallhöhle (Oberndorf am Neckar) 27.7.2019 (gekürzt)

Ein Plan der Wasserfallhöhle wurde in den Jahren 1973 und 1975 in den "Beiträgen zur Höhlen- und Karstkunde" Nr. 2 und 6 veröffentlicht.

Nach Jahren des Stillstandes, wurde im Mai 2017 endlich mal wieder am Endversturz gearbeitet – im unteren Schluf. Leider ohne Erfolg. Das Ende ist nun in sehr instabilen Gelände – drumherum nur noch Verbruch. Bisher war wenigstens die linke Wand fest. Seitdem herrschte wieder Ruhe in und um die Wasserfallhöhle. Daher wurde es Zeit, der Wasserfallhöhle in Oberndorf am Neckar einen neuen Besuch abzustatten. Das diese Höhle ein enormes Potential hat und die Forschung hier aus dem Dornröschenschlaf geholt werden muss, ist wohl allen klar. Falls nicht, wird man am Ende des Berichtes mir sicherlich zustimmen: Warum wird hier nicht weiter geforscht? Das schreit ja regelrecht nach Großhöhle!!

Wir trafen uns um 10 Uhr in Oberndorf am Neckar am Parkplatz in der Kurve gegenüber dem Hotel Wasserfall.

Wolfgang meinte, dass es unten am Versturz eine gefährliche Engstelle geben würde. Hier müsste man durch und dann ca. 8 m den Versturz zw. Wand oder Decke und Blöcken hinaufklettern. Größtes Problem: die Engstelle ist sogleich auch das Nadelöhr und wenn hier etwas herunterfällt, ist das Nadelöhr zu und der Höhlenforscher gefangen. Das war uns zu gefährlich. Also hieß es erstmal, dieses enge Nadelöhr muss breiter werden.

Am Eingang der Höhle erwartete uns, wie schon gewohnt, ein eiskalter, enormer Windzug. Luftmessungen und Geschwindigkeit wären hier echt mal interessant!

Wir gehen den geräumigen Gang, mal etwas gebückt, mal krabbelnd, bis zum ersten Versturz, welcher leicht überwunden wird und in die erste, große Halle führt. Der Luftzug ist immer noch enorm.

Auf der anderen Seite geht es wieder leicht hinab zum Gangniveau und zum Wasser. Hier muss man in gebückter Haltung durch wadentiefes Wasser, was gut zu meistern ist und man auch trockenen Fußes schafft.

Der Windzug ist hier hinten immer noch enorm.
Wir kommen zum Siphonsee, welcher seit Jahren ausgetrocknet ist. Jochen Hasenmayer hat hier mal getaucht, um weiter zu kommen und musste an dem mächtigen Endversturz umdrehen.

Heute läuft man zum Versturz – ohne Wasser. Was in der Zwischenzeit mit dem Wasser passiert ist, weiß kein Mensch – ein Rätsel, wohin dies verschwunden ist.

Vor dem Siphonsee zweigt der enge und eklig, matschige Schluf zum Regenschacht ab. Der Regenschacht selbst ist eher ein Schlot, welcher ca. 13 Meter nach oben zieht. Es gibt ein altes Seil, ein Holzpodest auf 2/3 Höhe und ein weiteres Seil.

Nach dem ehemaligen Siphonsee kommen wir sogleich zum Versturz. Hier gibt es links einen Schluf, welcher in den letzten Jahren von der Arge Stuttgart aufgegraben wurde und unten um den Versturz herumführt bzw. führen sollte. Aus Sicherheitsgründen wurde irgendwann vor Jahren aufgehört zu graben. Hier müsste man wirklich nur mit Leitplanken sichern, dann könnte man sicherlich weiter machen. Allerdings gibt es hinten auch keinen Luftzug mehr. Der kommt mit voller Wucht genau geradeaus aus dem Versturz.

Rechter Hand ist der besagte, enge Durchschlupf in den Versturz.
Hier ist unser Ziel der heutigen Aktion erreicht.
Keine 150 m vom Eingang entfernt – einfacher geht es nicht, für eine Grabungsaktion.

Wir müssen diese Aktion heute zwei Mal unterbrechen, da uns enorm kalt geworden ist und wir auch Material holen müssen. Wer meldet sich dafür freiwillig? Alle? Wow, normalerweise will nie jemand freiwillig zurück und Grabungsmaterial holen.

Wir meißelten und hämmerten, was das Zeug hält und nach kurzer Zeit war er dann frei, der Zugang zum Versturz. Wir begutachteten und untersuchten jeden Zentimeter des unteren Versturzes und kamen somit Meter für Meter höher. Lockere Steine oder unsichere Stellen wurden abgeräumt und kontrolliert abgelassen – dabei gab es gewaltiges Gepolter und eine Menge gefährlichen Steinschlags für die unten im Gang sitzenden.

Ein größerer Brocken wurde mittels Seils und sehr langer Stange versucht herauszuziehen und zu hebeln, was aber misslang. Der Stein saß danach richtig fest. Unter mutigem Einsatz einzelner Personen, bekamen wir das Teil doch noch heraus und somit war der Weg frei in die oberen Etagen.

Während die anderen in sicherem Abstand zum Versturz warteten und nach kürzester Zeit froren, erkundete Daniel Stahl den oberen Bereich des Versturzes:

Fortsetzung?…nachdem Chris den festsitzenden Stein entfernen konnte, war ich (Daniel) wieder an der Reihe. Im oberen Bereich des Versturzes war jetzt eine schmale nach oben führende Engstelle, zwischen labilen Felsblöcken freigelegt. Nach der Bezwingung der Engstelle erreichte ich eine kleine kammerartige Raumerweiterung . Die steilansteigende Kammer endet total verstürzt, ohne jeglichen Fortsetzungsansatz. Um in der Kammer weiter arbeiten zu können, muss die darunterliegende Engstelle von labilen Blöcken befreit werden.…“ Endversturz

Nachdem wir nun etwas ratlos vor der nächsten Felsbarriere in diesem Versturz stehen und nicht so richtig wissen, wie wir hier weiter machen sollen, brachen wir die Aktion für heute ab.

Der Luftzug ist enorm und es ist wirklich eine gute Frage – warum wird hier nicht mit Hochdruck geforscht?

Zum Schluss wurden noch zahlreiche Videos gedreht und Bilder der Höhle gemacht.

Bevor es dann hinaus und in den wohl verdienten Feierabend geht, dufte ich mich noch der Feuertaufe stellen den Schluf zum Regenschacht.

…Ich sah ein altes Seil, in gut 10m Höhe ein hölzernes Podest und ein weiteres Seil, welches nach oben bis unter die Decke führt. Ganz oben soll es wohl einen horizontalen Gang geben, welcher weiter in Richtung Endversturz führt. Da auch heute der Luftzug hieraus sehr hoch war, stellt sich für mich die Frage: Gibt es da etwa eine ganz einfache und sichere Fortsetzung? Auf alle Fälle gibt es dort noch unvermessenes Neuland und das ganz ohne Grabung! Hier muss dringend mehr dokumentiert und vermessen werden und dann wäre es ja der Hammer, wenn es da ziemlich leicht zum Endversturz geht.…“

Zum Schluss ging es dann noch zum „Stockbrunnen“, einer sehr guten Gaststätte oberhalb von Oberndorf.

Ein leckeres Essen und viel Gesprächsstoff beenden diesen erfolgreichen, schönen Tag in der Wasserfallhöhle.

Wir wünschen uns tatkräftige Unterstützung und würden uns sehr freuen, wenn die Wasserfallhöhle nicht schon wieder in einen langen Dornröschenschlaf fällt…

Bei Interesse bitte an Michael Ross, oder an mich wenden!
Ulrich Gehbauer.


Tourenbericht Spielbacher Schacht, 22.07.2019

Sechs Arge-Mitglieder treffen gegen 11:00 beim Schacht ein. Hier ist schon „angerichtet“: Ein lokaler, äußerst hilfsbereiter Unternehmer hat das mannshohe Gras vor dem Schacht gemäht, eine 10m-Leiter bereitgelegt, sowie eine Auswahl Kübel, die als Zwischenwasserbehälter dienen sollen. Was für ein Empfang!

Die Kübel werden „anprobiert“, selbst der größte passt durch den Schachteingang, der auf den ersten Blick sehr eng aussieht, es aber gar nicht ist. Eine Drahtseilleiter wird befestigt, und im Nu sind wir unten in dem überraschend geräumigen Schacht. Der sieht für Muschelkalk-Verhältnisse sehr massiv und stabil aus, dicke, schön auskorrodierte Schichten. Das sonst vorhandene Bächlein ist wegen des trockenen Wetters vollständig versiegt.

Der Beginn des Mäanders ist gerade noch zu sehen. Er hat beeindruckend rundlich geformte Wände, wie wenn hier früher mal viel Wasser geflossen wäre. Es muss viel freigeräumt werden, ich lege los. Das ursprünglich geplante Hochziehen von Gestrüpp und ggf. Steinen aus dem Schacht ist gar nicht nötig, da Platz genug für die Ablage unten ist. Nur ein paar Hölzer, eine durchgerostete Blechwanne, und Plastiksäcke extrahieren wir nach oben. Und eine Kröte. Beim Ausräumen des Mäanders bewährt sich die kürzlich auf dem Flohmarkt erworbene Mistgabel mit gekrümmten Zinken ebenso wie ein langes Brecheisen. Nach etwa einer Stunde sind die ersten zwei Meter frei, aber hinter der ersten Kurve sind weitere Hindernisse zu sehen. Die kann man nur liegend im 10-20 cm tiefen Wasser entfernen. Der Einzige, der Neopren dabeihat „opfert“ sich. Nach einer weiteren Stunde ist er schon um die Haarnadelkurve herum. Die Steine und Hölzer bewegt er in echter „Maulwurfsmanier“ immer wieder 10m zurück bis zur ersten Kurve wo ich sie übernehme. Nach einer Stunde verordne ich uns eine Pause, da der Mäander nicht belüftet ist. Nach einer weiteren Stunde und weiteren 10m hat Daniel die Siphonkammer erreicht! Das Wasser sei etwa 1,50m tief, der Siphon mit den Füssen deutlich zu ertasten. Ich bin total begeistert, denn nun ist der Weg frei für die Pumpaktion im Spätsommer, in die wir viel Hoffnung setzen.

Der Zugang zum Mäander und zum Schacht wird mit Gitterrosten abgedeckt, damit nicht wieder erneut Unrat eingeschwemmt wird.

Michael Ross

Erste Lieferung von unten

Erste Lieferung von unten
Rostige Blechwanne auf dem Weg nach oben

IRostige Blechwanne auf dem Weg nach oben
Die Leiter ist lang – und passt!

Die Leiter ist lang – und passt!

Tourenbericht Fuchslabyrinth 4. Mai 2019

Heute soll sie also passieren - die große Tauchexpedition in die (Un-)Tiefen des Fuchslabyrinths, mit Unterstützung zahlreicher Gäste, die sich als Sherpas verdingen.

Draussen Regen Unter tristem, depressiven bleigrauem Himmel, begleitet von Regenschauern mit kräftigem Seitenwind warten wir in den Autos auf eine Regenpause, ziehen uns dann um und verschwinden gegen 09:30 zügig im Loch, jeder mit einem Gepäckstück beschwert. Der Höhlenführer übt seine Vorbildfunktion aus, in dem er zwei Gepäckstücke schleppt.

Der Kondensstreifen des „Early Bird“ – Hochgeschwindigkeits -Teams hatte sich bereits aufgelöst, so dass die Sicht gut war. Der Beginn ist immer besonders mühsam, aber bald sind wir auf „Nenntemperatur“. Angesichts des hohen Durchschnittsalters unserer Truppe und in einem Falle, fürs Fulab unpassender Körpergröße, lassen wir uns Zeit. Die Regenklamm und die mit Gipskristallen garnierten Gänge dahinter bessern die Stimmung, so sind wir nach knapp 2 Stunden an der Peilstelle, die in geräumiger Kammer zum Rasten einlädt.

Fuchslab Funk Die Antenne ist schnell aufgehängt und im Nu ist die Sprechverbindung zur Oberfläche hergestellt, zum Erstaunen der meisten Gruppenteilnehmer, die diese Technik noch nie im Einsatz gesehen haben. Nach wenigen Minuten hat das bereits ungeduldig wartende Oberflächenteam die Antenne lokalisiert, beschleunigt von Schneeregenschauern mit viel Wind in triefnassem Gras. Grillplatz

Nach dieser Pause ging es weiter, mit nun etwas weniger Gepäck. Der geräumige Niedernauer Gang weckt Begeisterung, die vom darauffolgenden Hungerschluf wieder gedämpft wird. Auf der scheinbar endlosen 250 m-Strecke zum Biwak (Karl-Marx-Allee) wird die Gruppe immer stiller und langsamer. Jeder ist froh endlich am Ziel angekommen zu sein.

Wenn schon, denn schon, wollen die meisten aber auch noch den Wassergang sehen. Das bedeutet weitere 15 Minuten Zickzack-Krabbelei mit drei Engstellen (die früher noch viel enger waren). Unten am Wasser treffen sie auf die „Early Bird“-Gruppe.

Kurze Zeit später vereinigen sich alle Höhlenkrabbler in der Biwakhalle, es gibt viel zu erzählen, die Stimmung ist bestens. Alle lauschen gespannt Hannes‘ Tauchreport. Wie schon Andi Kücha vor drei Jahren, kehrte er auf offener Strecke um, erkundete dabei über 30 neue Meter mit mehreren Siphonen und Auftauchstellen und weiteren interessanten Beobachtungen. Die Trübung und die schlechte Wasserqualität bewegten ihn zur Umkehr. Sicher ist sicher.

Der gesamte Tross macht sich nun auf den Rückweg, jetzt mit etwas weniger Gepäck und deshalb beschleunigt. Die „Early Bird“ Gruppe voran, so dass es nicht zu Stauungen kommt.

Angesichts des Wetters draußen bevorzugen fast alle die von Chris organisierte Gaststätte statt des ursprünglich geplanten Grillabends im Freien. Die Stimmung in der Kneipe ist bestens. Viele wären bereit, nochmal bei einer solchen Tour mitzumachen; nur nicht gleich morgen.

Nach Einbruch der Dunkelheit findet sich noch eine kleine Truppe am Feuer zusammen, um den Abend zu beschließen.

Die anstrengende Organisation des Wochenendes hat sich gelohnt: Es gibt Ergebnisse, und vor allem neue und vertiefte Kontakte, die bei zukünftigen Forschungen helfen werden.

Michael Ross


Forschungswochenende Schmalfelden 30.05. – 02.06.2019

Das zweite Forschungswochenende der Arge im Jahr 2019 sollte eigentlich einem weiteren Tauchvorstoß im Fuchslabyrinth gewidmet sein, der aber verschoben werden musste.

10 Teilnehmer aus Tübingen, Stuttgart und Augsburg, darunter 6 Arge-Mitglieder trafen sich trotzdem im Steinbruch Schmalfelden, um am Samstag in einem schwer erreichbaren Teil des Fuchslabyrinths (Südost) Nachvermessungen vorzunehmen, dabei das Vermessen mit DistoX zu trainieren, im Wassergang eine Fortsetzung zu erkunden und neue Gäste und Mitglieder mit der Höhle vertraut zu machen.

Am Freitag unterstützte die Arge die Jugendgruppe des Höhlenvereins Blaubeuren mit einer Führung in die vorderen Teile der S2. Dabei wurde technisches Gerät getestet: Funkpeilung, drahtlose Kommunikation aus der Höhle nach außen.

Nebenher informierte uns ein Bauer über einen eingebrochenen Schacht.

Am Samstag zeigte Thomas Rathgeber der Jugendgruppe Karsterscheinungen der Umgebung in einer ganztägigen Exkursion.

Michael Ross

Blick in den Abgrund

Blick in den Abgrund
Ich will raus

Ich will raus
Abendstimmung im Steinbruch

Abendstimmung

Arge Wurst & Grill 13. Oktober 2018

Grillplatz Bei perfektem Wetter wurde das Grillfest diesmal ausgerichtet auf einem Platz bei Empfingen. Außer selbst mitgebrachtem Grillgut gab es wohlschmeckende Salate, die reißenden Absatz fanden.

Peilung Chris demonstrierte das von ihm gebaute neue verkleinerte Peilgerät, das nun in eine wasserdichte Standard-12-Liter-Tonne passt.

Der Hinweis auf eine nahe Ponorhöhle veranlasste die meisten zu einem Nachmittags-Spaziergang dorthin, wobei noch weitere Karsterscheinungen besucht wurden, u.a. der „Bodenlose See“, eine Doline im Lettenkeuper, die durch Auslaugung des darunter befindlichen Muschelkalks entstanden ist. Ponorhöhle Der kreisrunde, etwa 50 m im Durchmesser große und 9 m tiefe See ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten im sonst trockenen Karstgebietes des Oberen Gäus.

Bei einbrechender Dunkelheit setzte sich das Treffen in der Grillhütte fort. Mehrere Mitglieder zeigten Bilder von ihren Forschungen, u.a. Sibylle aus dem „Wasserfraale“. Wolfgang zeigte Bilder aus dem Altbergbau des Schwarzwalds, Michael aus dem Archiv von Wolfgang Morlock.


Eurospeleo in Ebensee 23.August 2018

Mühle Als Auftakt besuchten einige von uns die Pießling-Ursprunghöhle, die sich hinter einem imposanten Quelltopf mit 85m tiefem Siphon fortsetzt. Schon der Weg dorthin durch ein kühles Tal mit alten Mühlen und Quellfassungen war lohnend.
Pieslinghöhleneingang Über eine weit hinaufreichende schräge Kluft mit zahlreichen seilgesicherten Traversen wurden wir trocken in die hinteren Teile der Höhle geführt, wo sich das andere Ende des Siphons befindet.
Der Rückweg enthielt eine enge Filterstelle, die die Mehrheit passieren konnte, der Rest musste einen Umweg nehmen.

Die restlichen Tage waren dem sehr umfangreichen Vortragsprogramm gewidmet.
Forscher aus aller Welt berichteten über neueste Entdeckungen. Die Vorträge über Speleogenese waren für uns besonders interessant und gaben viele Impulse.

Parallel dazu gab es Wettbewerbe sportlicher Art und Auszeichnungen für beste Bilder und Kunstwerke.
Beeindruckende 3D Film-Sequenzen aus märchenhaften Höhlenwelten bildeten den Höhepunkt der Veranstaltung am Samstag Abend.

Ein wesentlicher Zweck der Veranstaltung war aber auch der fachliche und persönliche Austausch mit Forschern aus verschiedensten Ländern, die wir z.T. von früheren Konferenzen kannten.

Insgesamt mit fast 700 angemeldeten Teilnehmern eine sehr umfangreiche, gut organisierte und äusserst lohnende Veranstaltung.


Entrümpelungsaktion in der Schandtauber 1 Höhle. – 07.07.2018

Eine rekordverdächtige Zahl von 11 Teilnehmern (davon vier aus der Arge Stgt) meldete sich für diese von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg (NHG) organisierte Aktion. Es ging darum, wie auch schon in den Jahren zuvor, die Hinterlassenschaften eines Forschungsprojektes aus den 80er Jahren zu beseitigen. Akademiker installierten damals ein die gesamte Höhle durchziehendes System aus Pumpen, pH-Messgeräten und Schläuchen, um Korrosionsvorgänge zu studieren.
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Bei vorangegangenen Entrümpelungsaktionen wurden von der NHG Schläuche und Leitungen aus dem aktiven Teil der Höhle in eine näher am heutigen Eingang gelegene Halle transportiert und harrten seitdem dort ihrer Abholung. Die Entrümpelung wird administrativ von der Regierung Mittelfranken unterstützt, da diese Höhle unter Naturschutz steht.

In den engen Straßen Bettenfelds war gar nicht genug Platz für die sieben Autos, so parkten wir am Verwaltungsgebäude des Steinbruchs, in dem die Schandtauberhöhle in den 70er Jahren angeschnitten wurde. Von dort ging's im Gänsemarsch im Neopren bei sommerlicher Hitze zum verschlossenen Eingang der Höhle. Nach dessen Eröffnung verschwand einer nach dem Anderen. Ein Teil stürmte vor bis zur „Schandhalle“, um dort elektrische Geräte zu demontieren, ein anderer Teil versuchte die beachtliche Menge von Kabeln und Schläuchen in der „Lehmhalle“ zu entwirren.
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Der Weg dorthin war für die meisten unerwartet für eine unter Naturschutz stehende Höhle: Gebückt oder auf allen Vieren arbeitet man sich in einer ca. 0,5m tiefen Steinmehl-Lehmpampe vorwärts, die etwa die Viskosität von Getriebeöl hat. Diese Einschwemmung aus dem unfachmännisch verfüllten ehemaligen Eingang (durch den die Höhle ursprünglich entdeckt wurde) nimmt von Jahr zu Jahr zu. Längeres Verweilen an einer Stelle führt dazu, dass man kaum noch die Schuhe aus der Pampe ziehen kann und förmlich „festklebt“. Eine überaus anstrengende Fortbewegung.

Genau durch diese ca. 100m lange Passage (im ursprünglichen Höhlenplan „Wasserwanzenrevier“ genannt) musste alles Material durch. Es zeigte sich, das Durchziehen der Kabel und Schläuche besser funktioniert, als das portionsweise Abpacken in Schleifsäcke.

S1 Abfall Dank der großen Teilnehmerzahl waren nach fünf Stunden sämtliche Kabel und Schläuche aus der Höhle entfernt und vor dem Eingang deponiert, nur ein Rest von Elektroinstallation ist noch in der Schandhalle. Darüber hinaus entsorgten wir zwei Autoreifen inkl. Felge und einen Leergutkasten – ebenfalls Einschwemmungen aus dem ehemaligen Eingang.

Trotz der widrigen Umstände, und obwohl viele zum ersten Mal gemeinsam unterwegs waren, war Klima und Zusammenarbeit des Teams ausgezeichnet.

Alles in allem eine sehr erfolgreiche Aktion mit Teilnehmern aus verschiedenen höhleninteressierten Gruppen, die zeigt, dass man gemeinsam mehr erreicht.

Leider ist zu befürchten, dass die Höhle über die Jahrzehnte mehr und mehr verschlammt, für Menschen irgendwann nicht mehr zugänglich sein wird. Die Hochwässer werden sich andere Wege suchen. Zukünftige Generationen brauchen dann einen neuen Zugang von oben, nahe des verfüllten Steinbruchs. Denn ein Abgraben oder Abpumpen der Lehmpampe ist aussichtslos.

Vorher

Vorher
Nachher

Nachher

Forschungswochenende Hohenlohe 28.04. – 30.04.2018

Freitag, 27.04.


Nie wieder Freitag anreisen – trotz Start um 12:00 brauchen wir drei Stunden bis Rot am See, wo wir erstmal in der Bäckerei einen Imbiss zu uns nehmen. Anschließend beziehen wir unser Quartier in Schmalfelden.

Wir treffen die Organisatoren des Forschungswochenendes im Steinbruch. Die ursprünglich angedachte Reihenfolge der Forschungen wird kurzerhand umgestellt; morgen „Wassergang“ statt „Südost“. Später treffen weitere Hochleistungshöhlenforscher aus Hessen und Niederbayern ein. Dann geht es um Kennenlernen, Pläne schmieden und Ausklang am Lagerfeuer.

Samstag, 28.04.

Die Wassergang-Truppe startet in der Früh und kommt erst nach 12 Std. aus der Höhle. Der Transportschlitten wurde mit vielen „Verbiegungen“ durch den Abstieg gezerrt und leistete im Wassergang, trotz gelegentlichem Kentern, gute Dienste. Die Schlote wurden erkundet und vermessen, ohne erhoffte Fortsetzungen zu finden. Der „1x1m“ Seitengang wird auf ca. 50 m erkundet, ohne ein Ende zu erreichen. Es scheint sich um einen Zulauf zu handeln. Eine Vermessung scheitert leider an dem beschlagenem Disto-X.

Danach fahren Chris und Michael zum Baumarkt, um PVC-Röhrchen zu kaufen. Damit soll der Abstand zwischen zwei Klüften, die sich auf dem Plan z.T. überlappen, vermessen werden. Mit 2x2 Personen von jeder Seite würde das klappen, wenn man die Röhrchen durch die verbindende Schichtfuge schiebt wie schon einmal vor Jahren. Nach längerer Diskussion wird die Idee wegen übermäßigem Aufwand doch fallengelassen.

Sonntag, 29.04.

Die Gäste befahren die S2. Diese Höhle weckt immer wieder Begeisterung. Sie überwinden sogar das „Überkopfmosaik“ und wollen weiter bis zum zwei Stunden entfernten derzeitigen Ende. Leider fanden sie aber den Einstieg zum „Doppeldecker“ nicht und kamen somit nicht weiter.

Inzwischen treffen weitere Arge-Mitglieder ein.
Die Gäste reisen ab, wegen Schulpflicht in Bayern am nächsten Tag.

Nach dem Abendessen folgt ein gemütlicher Ausklang am Lagerfeuer im Steinbruch.

Montag, 30.04.

Erkundung des „Tiefen Flusses“ im Fulab. Das ist die einzige Stelle wo, außer dem Wassergang, noch ein (sehr kleines) aktives Gerinne unterhalb der verlehmten Gänge zu erreichen ist. Nur die schlankesten Höhlenforscher gelangen dort hinunter. Unser schlankestes Mitglied schaut sich es an und berichtet, dass es nach einigen (bereits vermessenen) Metern nach links abknickt und sich dann mäandrierend fortsetzt, allerdings zu eng auch für die schlankesten der schlanken Höhlenforscher, eher für Frettchen geeignet.

An der Pumpenhaus-Doline machen sich weitere Arge-Mitglieder zu schaffen. Mit den herbeigeschafften Gartengeräten gelingt es nicht, nennenswerte Mengen an Schotter aus mehr als 1 Meter Wassertiefe heraufzuholen. Das meiste wird in „Hand- und Fußarbeit“ die unter dem Wasser liegende Halde heraufgeschoben und dann in Eimer gefüllt. Dabei finden wir Gegenstände längst vergangener Zeiten und füllen einen zusätzlichen Eimer mit sonstigem Unrat. Unter und zwischen dem Schotter finden wir den aus dem nahen Ölloch bekannten schwarzen Schlamm, die Verbindung ist also eindeutig.

Während einer Grabungspause strömt klares Wasser von links (Nordosten) ein. Wir räumen die dortige Fuge aus, bis man mit dem langen Stiel des Rechens kein Ende ertasten kann. Sehr wahrscheinlich führt diese Fuge zum eigentlichen Höhlengang, der von der Doline im Westen „angeschnitten“ wurde. Nach einigen Stunden beenden wir die Aktion wegen Null-Sicht und Unterkühlung. Es gibt kein wirkliches Hindernis – weder sperrige Blöcke noch Felsboden. Es muss aber noch viel mehr Schotter mit geeigneten Geräten ausgeräumt werden, bevor ein Taucher passieren kann. Wenn wir nur die Feuerwehr animieren könnten, das trübe Wasser abzupumpen!!

Unter einer Betonplatte hinter dem Pumpenhaus öffnet sich überraschend ein großer tiefer Brunnenschacht aus Natursteinen gemauert. Der Wasserspiegel im Schacht scheint auf dem Niveau vom Wasser im Pumpenhaus zu sein, also etwas höher als in der Pumpenhausdoline. Der Schacht muss noch viel älter als das Pumpenhaus sein.

Im Gespräch mit Nachbarn erfahren wir von weiteren Brunnenschächten, die früher der Trinkwasserversorgung dienten bevor der Ort (angeblich gegen den Widerstand der Bevölkerung) an das Fernwasser angeschlossen wurde. Da diese Schächte in unmittelbarer Nähe der vermuteten Verbindung Ölloch – Pumpenhausdoline liegen, wäre eine genauere Inspektion interessant.

Bei Einbruch der Dunkelheit Ausklang im Steinbruch. Zu viert lassen wir die Tage Revue passieren.

Dienstag, 1.5.

Kurz vor der Abreise schauen wir nochmal in die Pumpenhausdoline. Das Wasser ist nun klarer und gibt den Blick frei auf die noch immer zu enge Kluft im Süden, aber auch auf die nun sichtbare Fuge links davon, die eine Art „Gewölbe über Schotter“ zu formen scheint. Video-Inspektion ist hier angesagt.



Lagerfeuer

Lagerfeuer
Unscheinbarer Deckel des Brunnenschachtes…

Brunnenschachtdeckel
Pumpenhausschacht

Pumpenhausschacht
Brunnenschacht

Brunnenschacht
…11 Meter tief.

11 Meter tief
Erkundung Fortsetzung im Fulab.

Erkundung Fortsetzung im Fulab.
Auf dem Weg zum „Tiefen Fluss“

Auf dem Weg zum „Tiefen Fluss“
Bück Dich im Wassergang!

Wassergang
Grasfroschlaich.

Grasfroschlaich
Ausräumung der Pumpenhausdoline.
Sieht doch schon aus wie eine richtige Höhle!

Ausräumung der Pumpenhausdoline.
Abfall aus der Doline.

Abfall
Keramik aus der Doline.

Keramik aus der Pumpenhausdoline.

Arge Wurst & Grill 14.10.2017

Als Lokation für das diesjährige Grillfest am 14. Oktober hatten wir ein Haus der „Stiftung Höhlenrettung“ bei Rottenburg am Neckar ausgesucht, etliche Jahre nach dem letzten „Arge W&G“ Treffen dort.

Kurz nach Ende einer Vorstandssitzung (die in einem Holzfass stattfand) trafen weitere Teilnehmer ein. Bis 15:00 waren dann mehr als 50% unserer Mitglieder da.

Nun war es Zeit für das Anschneiden der „13km-Torte“, die traditionell seit dem Überschreiten der 11 km-Marke im Fuchslabyrinth in 1000er Schritten vom Verein überreicht wird. Anschließend überreichte Michael eine besondere Auszeichnung an die zwei aktivsten Erforscher des Fuchslabyrinths.

Im Gegenzug präsentierten die Beiden in einer Bilderschau ihrer neuesten Entdeckungen in Hohenlohe, und zwar nicht nur aus dem Fuchslabyrinth. Auch in der Umgebung dieser Großhöhle gibt es zahlreiche vorher unbekannte Kleinhöhlen, von denen einige in den nächsten Ausgaben der „Beiträge zur Höhlen und Karstkunde in Südwestdeutschland“ vorgestellt und dokumentiert werden sollen.

Thomas Rathgeber verteilte bei der Gelegenheit die neueste, noch druckfrische Ausgabe des Heftes Nr. 53 kostenlos an die anwesenden Mitglieder und Autoren. Dann ging es endlich ans Grillen.

Bei Einbruch der Dunkelheit zeigten Mitglieder weitere Fotos, unter anderem vom Windschluf in der Haugenlochhöhle vom Endversturz in der Wasserfallhöhle sowie von einer kürzlich bei Bauarbeiten entdeckten Schachthöhle in Marschalkenzimmern. Sehr schöne Bilder gab es auch aus Südfrankreich und aus Slowenien.

Bis spät abends wurde weiter gegrillt, man redete über vergangene und zukünftige Forschungsprojekte und über vieles Andere. Vor allem aber war das Gruppentreffen die Gelegenheit, neue und alte Mitglieder näher kennenzulernen. Einige wenige blieben über Nacht.

Insgesamt ein sehr gut besuchtes und harmonisches Fest.

Überreichen der goldenen Kniescheibe Überreichen der silbernen Kniescheibe Abendessen Grillgut

Überreichen der goldenen Kniescheibe.

Überreichen der silbernen Kniescheibe.

Gemütliches Abendessen.

Grillgut.


Tourenbericht Schandtauber 2, 15.08.2017

Eingang S2 Schon lange war dieser Ausflug in die selten besuchte Schandtauberhöhle 2 geplant. Das Interesse war von Anfang an groß, obwohl der Termin auf einen Werktag in Baden-Württemberg fiel.

Für einige unserer neuen Mitglieder war diese immerhin über 3km lange Höhle neu und damit interessant, so dass sie die über zwei Stunden Anfahrt in Kauf nahmen. Einige Gäste warteten ebenfalls schon lange auf eine Gelegenheit die Höhle zu sehen.

Zweck der Befahrung war zum einen die Kartierung von Saurierknochen, zum anderen die Montage eines Schildes, dass dem Höhlenforscher die Landesgrenze auch unterirdisch anzeigt. Dafür wurde eigens ein 90x60cm großes Straßenschild angefertigt.

Bayern Schild BW Schild
Wie verabredet um 11:00 waren alle da. Man hatte den Eindruck an einem Betriebsausflug teilzunehmen. Noch nie drängten so viele Leute sich darum, nass zu werden. Das muss wohl an dem hochsommerlichen Wetter liegen. Trotz sehr viel Regen an den Tagen zuvor in vielen Teilen des Landes, war der Wasserstand in der Höhle äußerst niedrig. Zwölf Teilnehmer kletterten in den Schacht hinab, während Sibylle draußen Buch führte, damit niemand in der Höhle zurückbleibt.



Fahrtenbericht Pfalzstollen, 20. Juni 2017

Am Di. 20.Juni 17 durfte ich zwei Führungen im Pfalzstollen machen. Morgens um 9.Uhr besuchte mich eine Gruppe mit 15 Personen vom Kindergarten aus Bösingen.

Die Einführung begann mit einer kurzen landschaftlichen Beschreibung mit Blick zum Wald Richtung Haugenlochhöhle. Zum Verständnis der bevorstehenden Besichtigung gab es auch einen kleinen Rückblick in die Geschichte.

Erwartungsvoll und mutig kletterte dann die junge Gruppe, ausgerüstet mit Stirnlampe und Taschenlampen, die sichere Aluleiter hinunter zu den dunklen, geheimnisvollen Gängen und Hallen. Mit dem Gefühl, zurück in längst vergangene Zeit forschen zu können, durchsuchten sie wie kleine Schatzsucher jeden dunklen Winkel.

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Eine Besonderheit war auch der Fund eines Skeletts von einer Erdkröte, die laut Strittmatter viele Jahre in den dunklen Hallen gelebt hat.

Beim besichtigen von einem Teil des Tuffsteinstollens staunten die jungen Besucher am meisten über die großen Röhren in den Wänden. Es sind fossile Abdrücke von Baumstämmen aus einer Zeit vor 20 000 Jahren.

Zur heimatkundlichen Ergänzung zeigte Wolfgang noch mit einer kurzen Diaschau spannende Bilder von verschiedenen Höhlen und Erdeinbrüchen aus der nahen Umgebung unserer Heimat. Dabei gab es auch einen Blick in Ihre heimatliche Höhle in Bösingen.

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Inzwischen machte sich auch die Kälte in dem tiefen Keller bemerkbar. Nach dem glücklichen Ausstieg zum sonnige Tageslicht lud noch die sommerliche Wärme alle zu einer gemütlichen Vesperpause auf der Wiese vor dem Stolleneingang ein.

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Am Abend gab es nochmal so eine Führung. Eine Erwachsenengruppe von acht Personen aus Fluorn-Winzeln erfreute sich gleichfalls an der geschichtsträchtigen, kühlen Umgebung.

Bericht: Wolfgang Strittmatter


Fahrtenbericht Wasserfallhöhle 28. Mai 2017.

Ganz den guten Vorsätzen unserer kürzlichen Mitgliederversammlung folgend trafen sich sieben Interessierte am Parkplatz bei der Wasserfallhöhle bei bestem Sommerwetter.

Wenn man sich das Gangformat der Höhle in der Nähe des Siphons kennt, ahnt man das Potential, besonders wenn man die gelegentlich fließenden gewaltigen Wassermassen gesehen hat.

Zunächst wurde der Endversturz fachkundig inspiziert. Hier haben sich schon vor Jahrzehnten Arge-Mitglieder betätigt, seitdem kann man den recht Versturz in einem freigeräumten Kriechgang etliche Meter entlang der Wand „begleiten“. Der heute wegen des heißen Sommerwetters besonders kalte und sehr starke Luftstrom kommt allerdings von oben aus dem Versturz herab. Alle halten eine Freiräumung dort oben für zu problematisch: Sehr viel Material müsste heruntergeschafft werden, die Gefahr, dort oben eingeschlossen zu werden, besteht. Auch Daniel bevorzugt „untenrum“.

Wir verlassen die Höhle, der Elan ist gedämpft. Doch wann bekommen wir schon mal so viele Leute zusammen für eine Ausräumaktion? Wolfgang holt Geräte und Werkzeug, Daniel macht sich ans Werk. Wir bilden eine „Menschenkette“ die liegend gegen die Blockierung der Gang-Fortsetzung zu protestieren scheint. Ein schwerer Block nach dem Anderen wird nach hinten gerollt und in der Nähe des ehemaligen Siphons aufgetürmt. Ohne die vielen Mitmacher würde das mehrmals so lange dauern. Wer nicht arbeitet, friert sehr wegen der starken Zugluft, so ist regelmäßiger Wechsel der Steinschlepper garantiert.

Nach wenigen Stunden hat sich der Kriechgang um ca. 2-3m verlängert. Am derzeitigen Ende ist auch die linke Wand nicht mehr stabil, sondern möchte abkippen. Gewaltige, bewegliche, Blöcke werden mit Stahlstützen in Schach gehalten. Dahinter wartet rundherum lockerer Versturz auf weitere vorsichtige Ausräumung. Allerdings ohne starken Luftzug.

Wir belassen es momentan dabei, verlassen die Höhle und wärmen uns draußen wieder auf. Auch wenn ein Durchbruch noch in weiter Ferne ist, so bleibt doch das Gefühl einer guten gemeinsamen Aktion von neuen und alten Mitgliedern und Gästen.

Michael Ross
Fotos: Wolfgang Strittmatter

7 Forscher und 1 Hund Im Kaltluftstrom des Eingangs

7 Forscher und 1 Hund voller Tatendrang.

Im Kaltluftstrom des Eingangs.

Menschenkette mit Sitzblockade Wolfgang besorgt die Endlagerung

Menschenkette mit Sitzblockade.

Wolfgang besorgt die Endlagerung.

Zwischen Felswand und Versturz Zwischen Versturz und Versturz

Zwischen Felswand und Versturz (Blick auswärts)

Zwischen Versturz und Versturz (abgekippte Wand).


Vortrag: Fuchslabyrinth Bad Mergentheim am 20. Februar 2017

Fast 400 Interessierte strömten am 20. Februar in den Großen Kursaal Bad Mergentheims, um einen Blick in die fremdartigen Welten des auf 12,5km Ganglänge vermessenen Fuchslabyrinths von Schmalfelden zu erhaschen.


Vortrag: Fuchslabyrinth Schrozberger Schloß am 26. November 2016

Am Samstag, den 26. November, drängten über 200 interessierte Bürger sich im Kultursaal des Schlosses, um mehr über Schrozberg's berühmteste Höhle, das Fuchslabyrinth, zu erfahren, die nun auf über 12km Länge vermessen ist.

Die Präsentation begann mit einem kurzem Auftakt-Video, das die Beschwerlichkeit des Fortkommens in der Höhle eindrücklich zeigte.

Danach wurden die Sprecher des Abends (Michael Wasmund, Thomas Rathgeber, Markus Pantle, Sibylle Mertsch) vorgestellt. Am lebenden Modell unseres Mitglieds Daniel Weyerstall wurde die notwendige Ausrüstung erklärt.

Es folgte ein längerer Film, der das Publikum vertraut machte mit der Bedeutung der Höhlenforschung im Verständnis der unterirdischen Wasserwege und mit den verwendeten Techniken zur Dokumentation.

Direkt anknüpfend an den historisch anmutenden Beginn des Films spannte Michael Wasmund den Bogen von alten Aufzeichnungen aus dem Jahre 1788 bis zur jüngsten Forschungsgeschichte des Fuchslabyrinths.

Nach einer Pause, in der die Besucher die Fotos von Sibylle Mertsch und ausgestellte Funde im Vorraum bewundern konnten, (hier mehr Information) erläuterten Thomas Rathgeber und Markus Pantle die Funde mit sehr viel wissenschaftlichen Sachverstand.

Beendet wurde die Veranstaltung mit einer von Sibylle Mertsch angefertigten Diashow. Die Schönheit der gezeigten unterirdischen Räume beeindruckte alle.

Eine kurze Beschreibung der Veranstaltung ist auch hier zu lesen.


Radiointerview 16.10.2016:
Radio StHörfunk, Crailsheim - Michael Wasmund über das Fuchslabyrinth.
Zum Hören, hier klicken.


Forschung im Wassergang 28. September 2016
Am 28. September fand erstmalig ein Tauchgang im Fuchslabyrinth statt.
Das Hohenloher Tagblatt berichtet darüber hier.


Eurospeleo England, 13. - 19. August 2016
Mitte August besuchten Mitglieder der Arge die Tagung Eurospeleo 2016 bei Austwick in den Yorkshire Downs, England.
Lesen Sie den Bericht hier.


Haugenlochhöhle August 2016
Am 22. August 2016 gab es einen weiteren Versuch der Haugenlochhöhle ein Geheimnis zu entreissen.
Ausführlicher Zeitungsbericht hier.


Tourenbericht 07. Mai 2016

Auf angenehm ruhiger Autobahn (wegen dem langen Wochenende) geht's mal wieder Richtung Hohenlohe. Als ich etwas verspätet am Steinbruch eintreffe, warten schon fünf. Alle bis auf einen hatten eine sehr weite Anreise (zwei kamen schon gestern an).

Wir verteilen eine Menge Gepäck: 2 Tauchflaschen, etliche Kilo Blei, 2 Schlafsäcke, Kocher und Kartusche fürs Biwak, ein leerer 10l Wasserbehälter, eine Tonne mit den persönlichen Utensilien von uns allen, ein weiterer Behälter. Es ist also genug Gepäck für alle da.

In der Verbindungsröhre zwischen Saurierkluft und Kluft1 steht ein durchgehender See, so viel Wasser wie noch nie, da bleibt keiner trocken. Dafür glitscht es danach umso besser. Den vorderen Zwei drücke ich die Pläne mit markiertem Hauptweg in die Hand, sie sind die „Pfadfinder“, ich krieche als Dritter hinterher, und muss nur selten korrigierend eingreifen. Zweck der Übung ist, dass möglichst viele den Weg nach hinten und vor allem wieder hinaus lernen. Ab und zu wechseln wir die „Pfadfinder“.

Niemand lässt sich abschrecken, alles sind sehr fit und gut gelaunt, so dass wir nach ca. 2,5 Std. das Biwak erreichen. Dort deponieren wir das mitgebrachte Biwakmaterial.

Weiter geht's mit Tauchflaschen, Blei Richtung Wassergang. Es werden jede Menge Fotos gemacht, inklusive einer kleinen Film-Sequenz. Das war ein Ziel der heutigen Tour, denn von dem Wassergang gab es bisher flussabwärts kaum verwertbare Fotos. Die vorgesehenen 2 Stunden vergehen im Nu. Um 17:00 ist es Zeit den Rückweg anzutreten, denn um 21:00 schließen die Supermärkte und wir wollen ja noch Grillzeugs kaufen. Der Rückweg ist deutlich schneller, weil wir weniger Gepäck haben. Um 19:00, wieder eingenässt, sind wir endlich draußen, wunderschönes Wetter begrüßt uns. Es wird schnell dunkel, und wir unterhalten uns beim Grill bestens über „Gott und die Welt“.

Zwei Teilnehmer treten gegen 23:00 noch eine lange Rückfahrt an, während die zwei Anderen noch einmal übernachten. So geht ein produktiver Tag zu Ende, bei dem alles geklappt hat. Alle sind zwar recht geschafft, aber eine „nie wieder“ Stimmung trat nicht auf. Das lässt hoffen für die Zukunft.

Michael Wasmund

vorher nachher

Vorher

Nachher

Wassergang Wassergang

Wassergang

Wassergang

Alle Bilder fotografiert von: Otto Schwabe, HV Blaubeuren e.V.


Tourenbericht Wochenende 15. - 17.April 2016

Freitag, 15. April.

oko.jpg Am späten Freitag Vormittag begeben wir uns mit vollbepacktem Auto via A81/A6 nach Hohenlohe. Diesmal ist das Auto besonders voll: Außer HöFo-Ausrüstung, Hund & Hunde-Zubehör transportieren wir noch eine Menge Material für das zukünftige Fulab-Biwak.

In Rot am See „brunchen“ wir erstmals ganz gemütlich in der Bäckerei bei grauem Wetter. Der Elan bzw. die Vorfreude hält sich noch in Grenzen. Wegen einer unfall-bedingten Straßensperrung geht's weiter auf Umwegen. Wir erreichen Naicha und beziehen unser Quartier.

Die „Chefin“ erzählt uns von einem Einbruch im geteertem Feldweg östlich Schmalfelden südlich des Wasserturms. Der wurde erst ganz kürzlich repariert. Wir fahren sofort hin. Die halbe Seite des schmalen Fahrwegs wurde repariert, das Loch kann also nicht all zu groß gewesen sein. Laut Plan lag es nicht über dem Wassergang, sondern etwa 50m vom Wassergang entfernt.


s2ein1.jpg Weiter geht's zum alten Gammesfelder Steinbruch, in dem der Fluss deutlich erhöht plätschert. Auf dem Weiterweg zur S2 bleiben wir mit dem Auto fast im aufgeweichtem Fahrweg stecken. Unten im Eingang (Bild rechts) rauscht der Bach, d.h. leichtes Hochwasser. Ich nehme Maß am Deckel, um den später mal mit Teleskop-Dämpfern auszustatten.

Zurück im Quartier in Naicha sind Dirk und Sibylle nun auch da. Sie haben die Klüfte 1 bis 11 abgeklappert - ohne bedeutendes Neuland zu finden. Die Versturzzone im Norden scheint unüberwindbar.

Nach und nach treffen Mitglieder der Arge Grabenstetten und deren Frauen und Kinder ein. Sie verbringen hier ihr Familen-Wochenende.

Ich zeige den Interessierten Videos von Fulab und S2, damit sich keiner Illusionen macht. Dirk & Sibylle zeigen danach eine sehr schön zusammengestellte Foto-Show des Fuchslabyrinths die ordentlich Eindruck macht.

Erst um 21:00 kristallisiert sich heraus, wer was morgen machen möchte: Fürs Fulab möchten drei Personen bis zum Wassergang mit, die anderen werden sich erst die Heinzengrabenhöhle, dann die S2 anschauen.

Samstag, 16. April

Als wir 30 Min. verspätet am Fulab-Eingang bei Dauerregen eintreffen, warten Dirk & Sibylle schon ungeduldig. Jeder Teilnehmer wird mit einem Gepäckstück ausgestattet, ich nehme sogar zwei, dann kann es losgehen. Die 12l-Tonnen habe ich zum ersten Mal dabei, sie erwiesen sich als äußerst geeignet, besser als Schleifsäcke und sogar besser als die 10l-Kanister. Problemlos kann ich eine Tonne am Fahrradschlauch hinter mir herziehen und gleichzeitig eine weitere vor mir her schubsen.

Unsere drei Gäste kommen sehr gut zurecht. So erreichen wir nach ca. 2 Std. die ehemalige „Karbidhalle“ (benannt nach einer Wanne verbrauchten Karbids aus grauer Vorzeit, die dort immer noch ist), und deponieren das umfangreiche Biwakmaterial. Der Raum erweist sich tatsächlich als Biwak-geeignet: Es ist reichlich Platz für „Küche“ und „Materiallager“, und es gibt Lehmboden für mindestens drei Leute (der allerdings noch etwas egalisiert werden müsste.

Dirk & Sibylle sind noch mit einer besonders lästigen Engstelle in der mühsamen „Karl-Marx-Allee“ beschäftigt. Chris und ich führen die drei Gäste zum Wassergang, den sie einige hundert Meter weit inspizieren, eben so weit wie man ohne Neopren kommt. Leider hat keiner eine Kamera dabei, so dass es wieder keine Fotos aus dem Wassergang gibt. Immerhin zeigt sich, dass man sogar bei erhöhtem Wasserstand flussabwärts ziemlich weit kommt ohne Neopren.

Als die drei zurückkommen ist es uns (Chris und mir) schon ordentlich kalt, weil ich nur ein T-Shirt mit Ärmeln unter dem Schlaz habe (das ist ansonsten optimal fürs Fulab).

Außer Dirk & Sibylle treten alle den Rückweg an. Unsere Gäste finden den Weg selbstständig ohne Probleme, dank Markiersteinen, die „falsche“ Wege absperren. Die Luft in der Höhle auf dem Rückweg ist ungewohnt frisch, das Wetter draußen muss sich geändert haben.

Nach ca. 6 Stunden kommen wir früher als geplant aus der Höhle. Angenehmer Weise regnet es draußen nicht mehr, dafür weht ein kalter Wind. Ca. drei Stunden später erscheinen Dirk und Sibylle und haben Aufregendes zu berichten: Hinter einer mühsam erweiterten Engstelle geht es in verschiedenen Richtungen „open end“ weiter.

Zurück im Quartier fällt der anvisierte Grillabend sehr kurz aus, weil der Regen wiedereinsetzt. Dafür wird es in der Wohnung umso gemütlicher. Alle erzählen von ihren heutigen Touren.

Sonntag, 17. April

Heute will niemand mehr in eine Höhle, überall türmen sich dreckige Klamotten. Es regnet wieder.

Thomas Rathgeber trifft ein, um eine Oberflächen-Exkursion anzubieten. Mit Dirk & Sibylle fahren wir nach Bettenfeld. Dort sind alle Quellen mehr als aktiv. Auch der „Notgang“ führt ordentlich Wasser.

Der von uns vor zwei Jahren aufgegrabene gut bewetterte Überlauf hinter dem Haus „Bettenfeld “ scheint allerdings nicht aktiv, obwohl die Quelle unter der Strasse stark schüttet. So bleibt den neuen Besitzern des Überlaufs evtl. ihr erstes hauseigenes Hochwasser erspart. Wir wissen immer noch nicht, ob die Quelle mit der Schandtauberhöhle verbunden ist oder eine separate Höhle ist oder eine Kombination von beidem.

Bei der S2 quillt das Hochwasser aus dem Trockental hinauf mit aller Macht, und die Höhle selbst läuft auch über - ein seltenes Bild, zumal die Höhle gestern noch mehre hundert Meter befahrbar war.

Beim alten Gammesfelder Steinbruch treffen wir auf die Teilnehmer der Oberflächenexkursion. Der Steinbruch ist geflutet. Dort wo der Bach entspringt (Eingang S3 bzw. „Rohrbrunnenhöhle“) drückt das Wasser kraftvoll pulsierend nach oben. Vielleicht müsste man doch mal die Naturschutzbehörde überzeugen, dass hier ein besserer Abfluss gebraucht wird, um das Ertrinken zahlreicher Arten zu vermeiden. Auf die Weise bekämen wir evtl. einen „Hintereingang“ in die S2.

Michael Wasmund

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S2 Überlauf

S2 Eingang am
17. 4.2016

Quelle aus der S2, Bettenfeld

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Schandtauber in Bettenfeld
(Alle Bilder: Sibylle Mertsch)


Tourenbericht Haugenlochhöhle, 12. April 2016

Mit drei Mitgliedern der Arge Höhle und Karst Grabenstetten treffen wir uns vor der Haugenlochhöhle. Ziel ist der äusserst schlammige, sehr nasse „Windschluf“, benannt nach dem beeindruckenden Luftzug, der eine Fortsetzung vermuten lässt.

Vor ca. 30 Jahren hatte ich mich dort schon hineingeschoben ohne viel ausrichten zu können. Die nahe Quelle und die Überdeckung von fast 100 Metern erinnern an die Lage der Falkensteiner Höhle, und lassen Grosses vermuten.

Zwei von uns schieben sich heute tatsächlich auf dem Rücken mit der Nase an der Decke und den Ohren im Wasser durch den Halbsiphon. Dahinter ist es „trocken“, eine Pilot-Grabung sieht vielversprechend aus. Genug, um hier später weiterzumachen, trotz der sehr schwierigen Bedingungen.

Michael Wasmund


Tourenbericht Exkursion Schmalfelden 09. Januar 2016

Die erste Exkursion des Jahres 2016 führte uns wieder mal nach Schmalfelden, aus zwei Anlässen:
1. Steinbruch-Besichtigung mit Geologe Dr. Theo Simon
2. Niveau-Vermessung der Wasserspiegel

Zum ersten Thema: Dr. Simon's Interesse wurde geweckt durch meinen Vortrag „10km Fuchslabyrinth - eine Bestandsaufnahme“ auf dem Karstsymposium Laichingen im Dezember 2015. Als Verfasser vieler geologischer Karten kennt er die Geologie der Region bis ins Detail.

Den Steinbruch kannte er schon aus früheren Jahren, aber nicht im aktuellen Zustand. Während der Besichtigung diskutierten wir u.a. über die Wasserdurchlässigkeit von Lettenkeuper. Auch über die Herkunft der umfangreichen Sedimente diskutierten wir. Um von bloßen Vermutungen hin zu belastbaren Hypothesen zu kommen, wollen wir uns ca. im März wieder treffen um das Thema zu vertiefen. Theo Simon überließ uns leihweise eine Menge Literatur zum vorherigen Studium. Ein weiterer Schritt der Erweckung des Fuchslabyrinths aus dem Dornröschen-Schlaf, in wissenschaftlicher Hinsicht.

Nach der Abreise von Theo Simon wandten wir uns der Pumpenhausdoline zu. Diese weist zwei unterschiedliche Wasserstände auf: Am Grunde der Doline ein auch diesmal wieder trüber Wasserspiegel, unter dem sich der noch nicht befahrbare Zugang zu einer Unterwasserhöhle befindet, und im Pumpenhaus selbst ein höher gelegener, klarer Wasserspiegel. Letztere könnte unter Umständen das Ende der Ölloch-Höhle sein. Markus schlug schon vor längerer Zeit eine Niveau-Vermessung vor, die wir nun durchführten. Wir möchten gerne wissen, wie die verschiedenen Spiegel zusammenpassen: Pumpenhaus-Doline, Ölloch-Höhle, die Seen im Steinbruch.

Michael Wasmund


Forschungswochende Fuchslabyrinth am 15. und 16. 08. 2015

15aug15.jpg Kurz entschlossen haben wir uns wieder einmal in die unterirdischen „Tiefen“ Schmalfeldens verkrochen, um dem Dauer-Regen zu entgehen.

Zur Vorbereitung der Touren wurde ein Teil des Höhlenplanes mit „Fragezeichen“ gespickt. Von den zahlreichen Optionen konnten zwei geklärt werden.

Insgesamt wurden 67m neu vermessen. Allein eine neu entdeckte Kluft, die sog. „Büchsen-Kluft“, ergab 39m.

Das Fulab wächst weiter...

Die Ellwanger.


Tourenbericht Fulab 16. - 18. Juli 2015 (Bilder anklicken zu Vergrößern)

Freitag, 18.07.15

1. Entdeckung „Sinterfahnen-Kluft“. Nicht alle Formationen sind so schön weiß wie im Bild rechts, manche sind von Natur aus mit Lehm bedeckt.

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2. Untersuchung zahlreicher Gangenden in verschiedenen eingangsnahen Klüften.

3. Vermessung der entdeckten kleineren Fortsetzungen.

Samstag 19.07.15

1. Erkundung des „Öldoms“, Er endet direkt danach an einem Siphon.
Die wochenlange Trockenheit hat am Wasserstand kaum etwas geändert.

2. Vermessung eines Umlaufs, Entdeckung und Vermessung eines weiteren Umlaufs.

3. Auf dem Weg zum Wassergang erfolgt das Anbringen von laminierten Teilplänen an verschiedenen Stellen, um die Orientierung zu erleichtern.

4. Bergung des Kragens eines mittelalterlichen Tongefässes. Interessant bei diesem Fund ist, dass es nicht am Boden des Flusses, sondern hochgelegen auf einem Sockel an der Wand abgelagert wurde, verfüllt mit Fluss-Sedimenten.

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5. Besuch der „Dorf-Doline“ von unten. Dort ist frisch nachgerutschter Zivilisations-Schutt zu sehen, die Räume sind weiter aufgefüllt als in Michaels Erinnerung von vor 30 Jahren.

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6. Erkundung „S“-Kluft nach Norden endet an schwierigem Schlüsselloch-Schluf.

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7. Vermessung kleinerer Verbindungsgänge in der Nähe der „Karbidhalle“.

8. Besuch des „GW-Ganges“ (Großer Wirbelgang), um einen nicht richtig vermessenen Abzweig dem Plan hinzuzufügen.

9. „Rücksturz“ zum Eingang in rekordverdächtigem Express-Tempo.


1. Forschungs-Wochenende im Fulab 11. - 14. Juni 2015

DO. - 11.06.15

Wiederaufnahme der Fulab-Forschung nach Klärung der Zugangsproblematik.
Suche nach Verbindung Fuchslabyrinth - Skelettspalte (Kat.Nr. 6626/03C) erfolglos.

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Fulabdeckel-Öffnung 2015.

Nach ½ Jahr Abstinenz wieder „Krabbel-Feeling“.

FR. - 12.06.15
1. Fuchslabyrinth: Inspektion Klüfte 1-4. Vermessung einiger Querverbindungen.
2. Ölloch: Klärung einer Ungereimtheit in der Vermessung unter schwierigen Bedingungen.
3. Verbesserung des Ablaufs Speckheimer Siphon. Auspumpen wäre am aussichtsreichsten.
   Nach einer längeren Dürreperiode soll nochmal nachgeschaut werden.

Neonieren vorm Ölloch 1 Neonieren vorm Ölloch 2 Neonieren vorm Ölloch 3 Neonieren vorm Ölloch 4

Neonieren vorm Ölloch

SA. - 13.06.15
Fuchslabyrinth:
1. Entdeckung „Zapfenkluft“ (ca. 40 noch unvermessene Meter)
2. Vermessung einer Kluft im nördlichsten Bereich nahe des ursprünglichen Eingangs.

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Immer wieder stecken Knochen in den Wänden.

Das Ende von Kluft Nr. 1



Forschungswochenende in Schmalfelden am Himmelfahrt 13. - 17. Mai 2015

Dieses ausgedehnte und gut besuchte Himmelfahrts-Forschungslager machte allen Teilnehmern mächtig Spaß (insbesondere der Besuch des Bockbierfestes in Raboldshausen) bei optimalem Wetter (Bilder anklicken zum Vergrößern),

Steinbruch Raboldshausener Bockbierfest

Steinbruch.

Raboldshausener Bockbierfest.

Die Ergebnisse zeigen, daß es auch außerhalb des Fuchslabyrinthes genug zu entdecken und zu erforschen gibt:

1. Entdeckung und Erstbefahrung „Bootshöhle“ ca. 20 m lang, wassererfüllter mäandrierender Verlauf, äußerst schlammig. Führt leicht abwärts unter Seeniveau.

Eine schlammige Angelegenheit

Eine schlammige Angelegenheit

2. Inspektion Endversturz S2. Grabungsstelle in Summe sehr fragil, unübersichtlich. Höchste Anerkennung für die Pioniere!

Der Weg zum S2 Versturz 1 Der Weg zum S2 Versturz 2

Der Weg zum S2 Versturz.

3. Vermessung Ölloch bis zum nördlichen Siphon (auch „Speckheimer Siphon“ genannt). Versuch der Absenkung des Wasserspiegels.

Besuch im Ölloch Knochen im Ölloch Nordgang

Besuch im Ölloch

Knochen im Ölloch Nordgang

Der Lehmpampengang, eine ganz saubere Sache

Der Lehmpampengang, eine ganz saubere Sache

4. Vermessung der „Säbel-Spalte“ bei Creglingen.

Säbel-Spalte

Die „Säbel-Spalte“

5. Unterstützung geologische Untersuchungen im Fuchslabyrinth von Dr. Martin Trappe.
Für die Zusammenfassung (Höhlensedimente im Fuchslabyrinth) hier klicken (23 kB).

T-Online Server Error (Der Weg zu den Sediment-Proben 1) T-Online Server Error (Der Weg zu den Sediment-Proben 1)

Der Weg zu den Sediment-Proben

Fuchslab Gangsediment 1 T-Online Server Error (Fuchslab Gangsediment 2)

Fuchslab Gangsediment


Hauptversammlung der ARGE Höhle und Karst Stuttgart am 26. April 2015 in Bettenfeld

Die 41. Mitgliederversammlung der ARGE Höhle und Karst Stuttgart fand am 26. April 2015 statt. Der Ort war die Gaststätte „Rappen“ in Bettenfeld bei Frau Hahn.
Gasthaus Rappen

Hier fanden schon viele Arge-Treffen statt und hier begann auch die Schandtauberhöhlen-Forschung in den 70er Jahren. Also ein Ort mit Tradition.

Als gemeinschaftliche Auftakt-Exkursion am Vortag war eigentlich die Gipshöhle „Höllern“ vorgesehen, was aus Naturschutzgründen allerdings ausfallen musste. Stattdessen durchwanderten wir das wildromantische Schmerachtal, in dem sich einige Muschelkalkhöhlen befinden. Die nicht ganz einfach erreichbaren Eingänge von zwei Höhlen wurden aufgesucht. Von sehr kurzen Schauern abgesehen blieb uns das Wetter gnädig. Die Nässe kam eher von unten, beim häufigen, eigentlich nicht erwarteten, Durchqueren der Schmerach.

Wieder zurück in Bettenfeld trafen weitere Mitglieder ein. Nach gemeinsamen Abendessen begann die Vortrags-Serie, beginnend mit Michael Wasmund's Zusammenfassung der Forschungsaktivitäten in und um das Fuchslabyrinth. Besonders hervorzuheben ist dabei das Erreichen einer Gesamtlänge von 10064m, dank intensiven Engagements befreundeter Forscher.

Es folgten Vorträge von Thomas Rathgeber zur Verkarstung in Südaustralien, und von Markus Pantle, der interessante Forschungen in seiner Region präsentierte. Abgerundet wurde der Abend durch eine außerordentlich umfangreiche Bilderserie, die Wolfgang Strittmatter aus seiner Region des Oberen Neckars zeigte.

Auf der formellen Mitgliederversammlung am nächsten Tag wurden die Ehrenamtsträger entlastet und zwei neue Mitglieder aufgenommen. Ralph Müller, Gründungsmitglied der Arge, erklärte überraschend seinen Austritt.

Die Versammlung endete mit der Planung von Aktivitäten für den Rest des Jahres.


Forschungen im April 2015, Schmalfelden.

1. Grabung in der Pumpenausdoline

Erforschungsteam: Dirk Schröder und Sibylle Mertsch

Nach erfolgreichem Abschluss des Genehmigungsverfahrens fand im April eine erste Grabung in der Pumpenhausdoline in Schmalfelden statt.
Für dieses Projekts gibt es mehrere Motive:

  • Möglicher Tauch-Zugang zum nur 100m entfernten Ende des Fulab-Wasserganges.
  • Möglicher Tauch-Zugang zum nur 150m entfernten Ende des Öllochs
  • Untermauerung der Berichte über „“ und „unterirdischen Seen“ in alten Oberamtsbeschreibungen und im Volksmund
  • Klärung der historischen Einbringung der mittelalterlichen Scherben in das Fuchslabyrinth

Die ohne Hilfsmittel ausgeführte Grabung selbst gestaltete sich äusserst mühsam, da unter dem Wasserspiegel liegende Steine ausgeräumt werden müssen, was angesichts der Enge und des trüben Wassers schwierig ist. Jedenfalls konnte geklärt werden, das ein knapp über dem Wasserspiegel liegendes verlehmtes Mini-Profil zu nichts führt.

Eine wesentlich grössere Menge von Steinen muss bewegt werden, um Platz zu schaffen, wozu u.U. Geräte notwendig sind. Trotz der mäßigen Attraktivität dieser Arbeiten ist dies eins der wenigen Projekte, wo auch nicht ganz so schlanke Forscher helfen können.

Pumpenhausdoline vorher

Pumpenhausdoline vorher

Pumpenhausdoline nachher

Pumpenhausdoline nachher

2) Rummelschacht

Erforschungsteam: Dirk Schröder und Sibylle Mertsch

Diese verrohrte ehemalige Doline ist ca. 250m Luftlinie vom Wassergang des Fuchslabyrinthes entfernt. Am Grund ist eine kleine aber feuchte Kammer.

Hier wurde schon vor 20 Jahren versucht weiter vorzudringen, bis zu einer niedrigen Schichtfuge, die allerdings sehr gut bewettert ist.

Eine erneute, mit freundlicher Unterstützung des Grundstücksbesitzers, durchgeführte Inspektion ergab, daß hier mit vertretbarem Aufwand nichts zu machen ist. Eine Vermessung und vollständige Dokumentation ist geplant.

Rummelschacht Einstieg

Rummelschacht Einstieg

Derzeitiger Endpunkt

Derzeitiger Endpunkt


Tourenbericht Fuchslabyrinth 14. August 2014

Teilnehmer: Michael Wasmund, Susanne und Max Prechtel.

Vorhaben: 1. Vermessung in Kluft23, 2. Aufgraben Ende Kluft 18.
Schachtdeckelheber
Susanne hatte die Idee einer „mittwöchigen“ Tour. Das südliche Ende der 18. Kluft, nur wenige Meter vom „Sinterlabyrinth“ entfernt, läßt ihr keine Ruhe.
Sie holt mich um 09:00 am Bahnhof Ellwangen ab, kurz nach 10:00 sind wir bei Ralph. Bei Amazon habe ich zwei Schachtdeckelheberhaken gekauft, die sich beim öffnen des sehr schweren Deckels sehr bewähren. Neue Gänge


Nach dem letzten bekannten Messpunkt wird es gleich richtig eng. Susanne betätigt sich als Maulwurf und erweitert hier und da. Wir gelangen in eine überraschend geräumige Kammer, von der es in diversen Richtungen weiter geht. Wandsinter, feuchter Boden. Mit Max vermesse ich bis zum Ende des Ganges, die anderen Abzweigungen werden bald unbefahrbar eng. Auf dem Rückweg noch ein Blick in ein total weiss versintertes Gang-Endstück.


Auf dem Rückweg krabbelt Susanne ans Südende der 18. Kluft, um dort „schnell noch eben“ die 10cm Engstelle passierbar zu machen. Weder Max noch ich passen durch die davor liegende Engstelle. So macht sie's allein. Nach einer Weile gibt sie auf, weil unter dem weissen Lehm eine äusserst zähe schwarze Tonschicht ist, die anderes Grabungs-werkzeug erfordert. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben (Bild rechts anklicken zum vergrößern).


Kurz vor fünf sind wir wieder draussen, Gunhild serviert Apfelkuchen, Ralph erzählt Geschichten aus früheren Zeiten.

Michael Wasmund.



Am Wochenende zum 26 - 27 Juli 2014 wurde weiter im Fuchslab geforscht.

Das Vorhaben war:
1. Probenentnahme für Sedimentanalyse,
2. Erkundung des Wasserganges via eine neue Abkürzung


Für den Tourenbericht bitte hier klicken (126 kB).


Tourenbericht Grabung Bettenfeld 28. Juni 2014

Vorhaben: Zugang zu neuer Höhle aufgraben.

In Bettenfeld fiel uns schon vor langem ein stark bewetterter Hochwasser-Austritt auf. Er liegt nur wenige Meter über einer Quelle. Das Ganze nur wenige hundert Meter nördlich der bekannten Schandtauberhöhle S1. Es könnte sich um einen „Hintereingang“ in die Schandtauberhöhle handeln, oder/und um ein separates Höhlensystem. Wenn man die ausgeprägte Kluft des „Gotischen Ganges“ in der S1 verlängert, zielt diese ungefähr auf den Hochwasseraustritt.

Färbeversuche von Zander 1973 bewiesen, daß Wässer von Nordwesten (Spindelbach) nach Bettenfeld fliessen. Der Hochwasseraustritt liegt genau auf dieser Linie. Die Wässer von Spindelbach fliessen allerdings auch zu den Burgstallquellen, so daß wir im Idealfall über diesen Hochwasser-Austritt evtl. in das Burgstall-System kommen könnten.

Trotz sehr weiter Anfahrt konnte ich Daniel's und Wolfgang's Interesse gewinnen, sich das mal näher anzuschauen. Nach einigen Stunden Grabung und Fels-Zertrümmerung (mittels Steinmetzkeilen) hinterlassen die drei einen schön gestalteten Hochwasser-Austritt, allerdings noch ohne Höhle. Anstehender Fels ist trotz des steilen Hangs nicht zu sehen. Jetzt müsste erstmal abgestützt werden, bevor man entlang des Luftzuges nach schräg unten weitergraben kann.

Ob und wann es damit weitergeht, hängt vom Interesse der „Gräber“ ab, die noch viele andere Projekte haben.

Kleintier
Grabung Bettenfeld
Geschrieben 02. Juli 2014 von Michael Wasmund. Bilder von Wolfgang Strittmatter.

Neuer Tourenbericht Fuchslabyrinth 27.-29. Juni 2014

Wassergang Abkürzung Teilnehmer: Christopher Ross, Michael Wasmund, Katja Hirnickel, Dirk Schröder, Sibylle Mertsch, Susanne Prechtel.

Vorhaben: Den Weg zum Wassergang verkürzen.

Um den Weg zum Wassergang zu bahnen bedeutet: Ausgraben der „Rippchenröhre“ und erweitern eines bisher noch zu engen Fels-Fensters, das von der „Rippchen-Röhre“ in bereits vermessene Gänge führt.

Damit es auch wirklich klappt, haben Sibylle und Dirk gleich am Freitag für 16:00 eine erste Tour angesetzt. Dabei soll ein neues Felsbearbeitungs-Verfahren verwendet werden, daß sich anderenorts sehr bewährt hat. Beim Bohren der dafür notwendigen Löcher ist der Akku der Bohrmaschine leider schnell leer und der Bohrer krumm. Das eingesetzte Erweiterungs-mittel erweist sich auch nicht so effektiv wie gehofft.

Am Samstag wird deshalb eine Stromleitung (freundlicherweise von Ralph Müller zur Verfügung gestellt) in der Höhle verlegt. Doch, wie beim letzten Mal, kommt diesmal kein Strom. Eine Stunde später ist Sibylle wieder in Ralph’s Keller, um festzustellen, daß das Kabel nicht eingestöpselt ist.
Typischer Gang
Nach Behebung dieser Panne wird weiter gebohrt und erweitert, aber ohne große Fortschritte. Dirk hat derweil mit Hilfe der Anderen einen Haufen Lehm von der Baustelle entfernt. An der Gangdecke öffnet sich in nördlicher Richtung ein kleines Loch, daß schnell auf Durchschlupgröße erweitert wird.

Dirk, Sibylle und Katja befahren die ca. 35m lange neuentdeckte Passage. „Gang“ kann man das nicht nennen. Am Ende  mündet die Passage in den bekannten „K-Gang“ ein, aber nur Katja kann anfänglich den Durchschlupf passieren.

In einem zweiten Anlauf schaffen es auch Dirk und Sybille durch die Engstelle, allerdings nur „halbnackt“. Groß ist die Freude bei allen, als die drei auf der Rückseite des Fels-Fensters auftauchen und man sich die Hände schüttelt. So ist wenigstens verifiziert, daß die „Abkürzung“ wirklich dort herauskommt, wo sie erwartet wurde, und sich weitere Arbeit an der „Baustelle“ lohnt.

Inzwischen haben Susanne und Chris die „Rippchenröhre“ nahezu autobahn-ähnlich ausgegraben, Platz für Abraum ist im „Plutogang“ jetzt keiner mehr.
Gang Erweiterung Die Vermessung dieser „Rundtour“ ist eine Premiere in mehrfacher Hinsicht: Zum ersten Mal kommt im Fulab „DistoX“ zum Einsatz. Katja teilt sich mit mir die Vermessungsarbeit und kommt gut mit dem neuen Gerät zurecht. Der Fehler dieser „Rundtour“ liegt bei nur 0,5%, ein sehr guter Wert. Das Grundriss-Zeichnen und die Messpunkt-Numerierung sind allerdings noch gewöhnungsbedürftig, ebenso wie der Transfer der Messdaten (wozu ein weiteres Programm notwendig ist, wie sich später zeigt).

Alles in allem ein guter Fortschritt, auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die „Abkürzung“ vom „Höhlenverkehrsminister“ freigegeben werden kann.

Michael Wasmund.


Vom 4. - 8. September 2013 fand eine Forschungswoche in Schmalfelden statt, mit folgenden Ergebnissen:

  • S2: Standorfer Siphon ca. 15m weit betaucht, kein Ende erreicht.
  • Fuchslabyrinth:
    • Mögliche Verbindung zwischen Fulab und Skelettspalte identifiziert und erweitert.
    • Grundriss des Oberlaufs im Wassergang auf ca. 120m Länge komplettiert.
    • Oberlaufs im Wassergang des Fulab erstreckt sich jenseits der bisherigen Vermessung mindestens weitere 60m, ohne sichtbares Ende. Entfernung zur Dorfdoline nur ca. 100m (Luftlinie).
    • Bergung zahlreicher mittelalterlicher Scherben und Knochen aus dem Wassergang.
    • Messfehler im Bereich der 9. Kluft bereinigt.
    • Verlauf eines ehem. Baches (Kluft 11-15) kartiert.
  • Besitzer des Reuschholz bestätigt Lage des ehem. Bohrlochs.
  • Besitzer des Reuschholz zeigt neuen Einbruch am Rande eines seiner Felder.
  • Zugang zu: Wolpertshäuser Schächte, Rudelsdorfer Schacht, Spielbacher Schacht verifiziert.
  • Wasser-Niveaus in der Schmalfeldener Ortsdoline eingemessen.
  • Oberrimbacher Ortsquelle befahren und Wasseraustritt fotografiert.
  • Wasserstollen bei Kirchberg vermessen.
Für den ausführlichen Bericht (pdf) click hier (1,2 MB).
Tourenbericht Fuchslabrynth 2013

Teilnehmer: Christopher Ross, Michael Wasmund

Vorhaben: „Plutoschluf“ vermessen, Fortsetzungsmöglichkeiten im „Plutogang“ erkunden, Knochen fotografieren.

C-Gang und Pluto Gang Nach Anreise am Vorabend und Übernachtung im Waschhaus beginnen wir die Tour am Samstag recht entspannt. Ralph überreichen wir ein Metallschild „Vorsicht Engstelle“ zur Befestigung am Boden des Eingangs-Schachtes. Dieser Gag sorgt schon mal für gute Laune

Mit je einem Gepäckstück und 4x2m PvC-Rohr (20mm Durchmesser) rumpeln wir in den „C-Gang“. 2,5m nördlich von MP „C19“ schiebe ich insgesamt 8 Meter Rohr in Richtung 230° (siehe Strich im Bild), in der Hoffnung, das andere Ende im „Pluto-Gang“ zu sichten und somit einen Ringschluss (zwecks Korrektur der Vermessung) zu erzeugen.
Zu Hause stellt sich dann heraus, dass die gewählte Stelle nicht gerade optimal war, und deshalb das Röhrchen den Pluto-Gang gar nicht erreichen konnte.

Nachdem dies erledigt ist, machen wir uns an die Vermessung des „Pluto-Schlufs“. Ich schlufe mit den Füßen zuerst hinein, setzte Messpunkte, während Chris vorwärts hineinschlufend misst und schreibt. Tatsächlich müssen wir nur drei Messpunkte setzen für die ca. 7 Meter, allerdings unter akrobatischen Verrenkungen. C-Gang und Pluto Gang
Als nächstes schaue ich mir das Süd-Ende des „Pluto-Ganges“ genauer an. Eindeutig geht es hier gerade aus nach Süden weiter, allerdings lässt eine heruntergebrochene Deckenplatte einen kaum 30cm breiten Spalt frei, hier müsste man entweder meißeln oder die Platte untergraben, um durchzukommen. Weiter hinten besteht die linke Wand aus Versturzbrocken, an denen man eventuell vorbei käme, aber sehr eng. Sehr wahrscheinlich zweigt auch nach rechts etwas flach ab, allerdings kann man das nicht einsehen.

Wenige Meter vor dem Süd-Ende zweigt spitzwinklig rechts eine nicht schlufbare Röhre nach etwa Norden ab. Diese Röhre mündet nach ca. 2-3 Metern in eine Querkluft, die durchaus befahrbar aussieht. Die Querkluft ist so nah am „Pluto-Gang“, dass sie eigentlich in dieses einmünden müsste. An der entsprechenden Stelle ist jedoch nur ein total verlehmtes „Schlüsselloch“ Gangprofil zu sehen. Das grabe ich kurz an, aber offensichtlich ist die „Lehmplombe“ doch etwas länger. Hier würde es sich definitiv lohnen, 1-2 Std. zu graben, um dann evtl. so in die westlichen Gänge zu kommen, als Alternative zu dem viel zu engen „K-Gang-Verbindungsschluf“.

Weiter geht’s in die Mitte des Pluto-Ganges, bei ca. MP 202. Dicht beieinander sieht man hier:
a) Gipsnadeln, ca. 10cm lang,
b) kleinere Knochen, die bei Berührung zu Staub zerfallen, Wahrscheinlich Mittelhand und Zehenknochen eines Säugetiers (Katze?, Fuchs?, Hase?).
c) eine verwestes Kleintier älteren Datums,
d) sehr gut versteckt ein ca. 10cm langer wohl prähistorischer Knochen, hängend an einer Deckenplatte, sehr schön herauspräpariert. Wahrscheinlich ein Saurierknochen. Evtl ein Unterarmknochen (Elle oder Speiche) eines großen Nothosauriers.

Gipsnadeln kleine Knochen
Kleintier Knochen
Wir fotografieren alles, allerdings mit einer einfachen Handy-Kamera, die nur sehr mäßige Bilder liefert.

Verbindungs-Schluf zum K-Gang Als zweitletzte Aktion wenden wir uns dem nördlichen Ende des „Pluto-Ganges“ zu. Die oben erwähnten PvC-Röhrchen sind nicht zu sehen. Nach wenigen Minuten Lehmschaufelei kann ich mich ca. 2m unter die östliche Wand schieben. Dort sieht man eine endlose flache Halle ohne Raumbegrenzung, angefüllt mit heruntergebrochenen Deckenplatten, die ca. 20cm Luft zwischen Platte und Decke lassen. Nicht weit vor mir gibt es eine Lücke zwischen den Platten, Nord/Süd verlaufend, in die man mit etwas Akrobatik evtl. hineinkommen könnte, um von dort aus nach Norden zu schlufen. So ganz wohl ist mir bei der Sache nicht, und früher oder später müsste man in dem bereits von Niko Löffelhardt vermessenen Gebiet (K-Gang) herauskommen.
Als letztes dann noch der Verbindungs-Schluf zum K-Gang. Chris hat den Einstieg etwas begradigt, so dass ich mit den Füßen zuerst bis zur Brust hineinkomme, evtl. auch weiter, aber dann wäre der Schluf gefüllt und ich könnte mich kaum bewegen (obwohl, mit den Füssen kann ich doch nach rechts und links mindestens 1m Breite ertasten). Wir können uns beide nicht überwinden, hineinzukriechen, obwohl das die Verbindung in Richtung Westen ist – wichtig für Ring-Korrektur und evtl. weitere Erforschung.


Zum Abschluß:
Parallel zu unserer Tour vermessen Markus und Graham den Beton-Teil des Eingang 1 (siehe Bild unten).
Eingang

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